Über 1.000 Einsendungen unabhängiger Autoren gab es für den Kindle Storyteller Award 2015. Als Gewinner des ersten Deutschen Self-Publishing-Awards von Amazon Kindle wurde der Science-Fiction-Roman Paradox – Am Abgrund der Ewigkeit von Phillip P. Peterson auf der Frankfurter Buchmesse ausgezeichnet.

Das war wie ein Traum, als ich mit dem Preis in der Hand auf der Bühne stand. Ich habe befürchtet, ich würde jeden Moment aufwachen.
Phillip P. Peterson

Die Begründung der hochkarätigen Jury – mit der Schauspielerin Andrea Sawatzki, den Kluftinger-Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr, der erfolgreichen Self Publisherin Nika Lubitsch, Jobst Ulrich Brand, Kulturchef des Medienpartners und Nachrichtenmagazines Focus sowie Andreas von der Heydt (Director Kindle Content) – fasste Dr. Uwe Kullnick, Präsident des Freien Deutschen Autorenverbandes, folgendermaßen zusammen: Das Buch zeige überaus kompetent und gekonnt in fast spielerischer Weise die physikalischen Möglichkeiten und Grenzen auf und lasse den Leser teilhaben an der bemannten Raumfahrt. Der Gewinn für den Autor: Ein Preis im Gesamtwert von 30.000 Euro sowie ein Verlagsvertrag mit Bastei Lübbe.

Eigentlich ist Peterson von Beruf Raumfahrtingenieur. Für das Schreiben seines Romans Paradox – Am Abgrund der Ewigkeit hatte sich der 38-jährige Rheinländer eine berufliche Auszeit genommen. Aus der Idylle eines Bonner Vorortes, umgeben von reichlich Natur und unterstützt von seiner Familie, ist ein spannender Astronautenthriller über die Reise an die Grenzen der Realität entstanden. Es ist erst der zweite Roman, den Peterson neben diversen wissenschaftlichen Sachthemen veröffentlicht hat. Bereits sein erstes Buch Transport rangierte lange auf Platz eins der Science-Fiction-Charts bei Amazon.de.

Eigene Entscheidungen treffen

Dass er mit Paradox den Kindle Storyteller Award gewinnen würde, hätte Peterson nie gedacht: „Ich kann es heute noch kaum glauben, dass mein Roman aus über tausend Einsendungen zum Gewinner gekürt wurde. Das war wie ein Traum, als ich mit dem Preis in der Hand auf der Bühne stand. Ich habe befürchtet, ich würde jeden Moment aufwachen.“

Eine befreundete Autorin hatte Peterson auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. „Ich finde es toll, dass dieser Award ins Leben gerufen wurde. Er trägt mit dazu bei, dass Self Publishing als ernstzunehmende Form der Veröffentlichung akzeptiert wird“, findet Peterson. Er selbst sei schon lange passionierter Leser elektronischer Bücher und habe früh das Programm Kindle Direct Publishing (KDP) von Amazon für sich entdeckt: „Die Möglichkeit, über KDP zu veröffentlichen, hat mich sofort begeistert. Als Autor hat man so die volle Kontrolle über sein Werk, letztendlich sind alle Teilaspekte einer Veröffentlichung in meiner Hand. Vom Lektorat über das Cover und das Marketing redet mir niemand in meine Entscheidungen hinein.“ Das bedeute zwar mehr Verantwortung für Autoren, die typische Aufgaben eines Verlegers übernehmen müssten: „Ich sehe das aber als Vorteil“, sagt Peterson.

Mit den Lesern seiner Bücher steht Peterson im engen Austausch. Über seine eigene Homepage, Facebook und Twitter erhält der Autor viele Rückmeldungen zu seinen Büchern: „Ohne die Rezensionen wäre der Gewinn des Kindle Storyteller Awards nicht denkbar gewesen“, gesteht Peterson. Der Entscheidung der Leser ist es auch zu verdanken, dass Paradox in die Finalrunde des Wettbewerbs gewählt wurde. Die Jury hatte das Buch im Anschluss aus insgesamt fünf Favoriten zum Gesamtsieger bestimmt.

Keine Liebesromane

Während das prämierte Buch aktuell im Kindle-Shop bei Amazon.de unter den Top Ten der Science-Fiction-eBooks gelistet wird, arbeitet Peterson bereits an seinem nächsten Roman: „Ich habe schon kurz nach Fertigstellung von Paradox mit dem Schreiben begonnen und hoffe, das Rohmanuskript bis Ende des Jahres fertig zu haben“, kündigt er an.

Den Titel will er allerdings noch nicht verraten, nur so viel lässt er wissen: „Das Genre wird wieder Hightech oder Wissenschaft sein. Ich schreibe grundsätzlich nur über Themen, die mich selbst interessieren und über die ich selbst auch gerne lesen würde.“ Auf einen Liebesroman dürften deshalb die Leser bei Peterson wohl vergeblich hoffen: „Romantische Literatur ist nicht so mein Ding. Da bleibe ich lieber auf dem Boden der Wissenschaften“, verrät er.

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