Thriller haben es ihr angetan. Katrin Schäfer lebt in Zons, einem kleinen Städtchen am Rhein in Nordrhein-Westfalen. Zons besticht durch seine mittelalterliche Kulisse und inspiriert Katrin immer wieder aufs Neue. Ihre Thriller, die eine Brücke zwischen dem Grauen des Mittelalters und der Gegenwart schlagen, haben die Bankangestellte unter dem Pseudonym Catherine Shepherd zur Bestsellerautorin gemacht.

Ich habe mir nicht viel dabei gedacht – es war ja nur ein Experiment.
Katrin Schäfer

Eigentlich wollte sie Grafik und Malerei studieren, entschied sich dann aber doch für eine klassische Laufbahn und studierte Wirtschaftswissenschaften. „Ende 2011 hatte mein Mann über Kindle Direct Publishing (KDP) gelesen.“ Der Gedanke ein Buch unkompliziert im Internet veröffentlichen zu können, ließ Catherine nun nicht mehr los. Zuvor hatte sie nur einige Kurzgeschichten geschrieben, jedoch nie an eine Veröffentlichung gedacht. „Zu der Zeit hatte ich gerade eine Geschichte über einen Puzzlemörder im Kopf und mit der Gewissheit, diese auch veröffentlichen zu können und Leser zu erreichen, machte ich mich daran das Buch zu schreiben.“

Wenige Wochen später hatte sie tausende Leser in ihren Bann gezogen und Der Puzzlemörder von Zons war die Nr. 1 der deutschen Amazon Bestsellerliste. Für Catherine Shepherd ist der Schlüssel zum Erfolg eine Mischung aus Phantasie und Durchhaltevermögen. „Sich Geschichten ausdenken klappt ja relativ leicht, aber dann braucht man das Durchhaltevermögen sie auf Papier zu bringen.“

„Als Selbstpublisher muss man vieles selbst machen, den richtigen Blick und Geschmack für das Cover haben, den passenden Titel finden, der anspricht und neugierig macht und eine prägnante Kurzbeschreibung wählen.“ Catherine Shepherd schätzt am Selfpublishing vor allem eins: „Das direkte und nicht vorsortierte Feedback von Lesern.“ Eine wichtige Quelle für die Entwicklung neuer Geschichten sieht sie auch in den Rezensionen ihrer Bücher. „Viele Leser wünschten sich zum Beispiel eine detailliertere Aufklärung am Ende des Buchs. Das setzte ich dann in meinen neuen Büchern um. Ich nehme auch Plot-Anregungen auf.“

Catherine Shepherd erinnert sich noch genau an ihre ersten Schritte mit KDP. „Nach dem Hochladen ist eine Woche nichts passiert. Mein Mann hat mich schon getröstet und gesagt, dass es so viele Autoren und so viele Bücher gäbe und ich mir nichts daraus machen solle.“ In den ersten zwei Wochen hatte sie drei Downloads von drei Freundinnen, nach weiteren zwei Wochen war sie plötzlich auf Platz eins der Charts.

Mittlerweile werden Catherine Shepherds Taschenbücher auch in lokalen Buchhandlungen und in der Touristeninformation von Zons verkauft. Nach diesem Anfangserfolg war der erste Satz ihres Mannes: „Du musst eine Trilogie schreiben.“ Darüber ist sie inzwischen weit hinaus. Im April 2016 veröffentlichte Catherine Shepherd mit Seelenbild ihren sechsten Zons Thriller. Und wenn es nach Katrin Schäfer geht, ist ein Ende des Schreckens in Zons nicht in Sicht.

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