Kein Verlag interessierte sich für ihre Ostfriesland-Krimis, doch Elke Bergsma hat es trotzdem auf die Bestsellerlisten geschafft. Dank mehr als 150.000 verkaufter eBooks kann sie sich heute ganz dem Schreiben widmen. Hier erzählt sie, wie es dazu kam.

Wenn es Amazon und meine Leser nicht gäbe, würde ich sie auf der Stelle erfinden.
Elke Bergsma

„Ich habe ein Buch geschrieben! - Vor ungefähr zehn Jahren hatte ich geglaubt, dass diese für mich so magische Feststellung auch einen Verlag interessieren könnte. Das war eindeutig ein Trugschluss. Und auch in meinem Umfeld reagierten viele Leuten allenfalls mit einem milden Lächeln, das wohl so viel bedeuten sollte, wie: ‚Ach was, du auch?‘. Meine Anfänge auf dem Weg zur erfolgreichen Autorin waren nicht sehr ermutigend und mit Stolpersteinen gepflastert. Und so begnügte ich mich damit, weiter meinem Job als selbstständige PR-Beraterin nachzukommen – aber meinen Traum nicht aufzugeben. Nach einem gewonnenen Kurzkrimiwettbewerb vor etwa dreieinhalb Jahren entschloss ich mich, meiner ostfriesischen Heimat den ihr gebührenden Tribut zu zollen und meine nächsten Bücher in Form von Krimis hier anzusiedeln. Nur war es leider auch jetzt nicht so, dass die Verlage haufenweise ‚Hurra!‘ schrien. Genau genommen war es nicht ein einziger – Absage folgte auf Absage, Enttäuschung auf Enttäuschung.

Über Nacht zur Bestseller-Autorin durch Kindle Direct Publishing

Die Absagen der Verlage waren zunächst schmerzlich, hatten aber im Nachhinein durchaus auch etwas Gutes. Freunde machten mich Mitte letzten Jahres auf die Möglichkeit aufmerksam, meine Bücher selbst zu verlegen, und so gelangte ich zu Kindle Direct Publishing von Amazon. Ohne wirklich große Erwartungen an den Verkauf von eBooks, war ich zunächst einfach nur froh, dass meine beiden ersten Krimis Windbruch und Das Teekomplott eine Heimat gefunden hatten: So hatte ich zumindest die Chance, dass sie wahrgenommen werden.

Je mehr ich mich dann mit KDP auseinandersetzte, desto erstaunlicher erschienen mir als buchpreisbindungsgeeichte Leserin die Möglichkeiten der flexiblen Preisgestaltung als Marketinginstrument. Preisaktionen eröffneten mir plötzlich die Möglichkeit, meine Bücher in den für die Leserinnen und Leser sichtbaren Bereich zu pushen. Was dann geschah, war wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen: Praktisch über Nacht wurde ich mit inzwischen über 150.000 verkauften eBooks zur Bestseller-Autorin.

Selfpublishing als Vollzeitbeschäftigung

Wer nun aber glaubt, dass es, wenn man einen Bestseller hat, von selbst so weiter läuft, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen. Auch Autoren verdienten ihr Geld nicht im Schlaf. Tatsächlich ist das Selfpublisher-Dasein für mich inzwischen zur Vollzeitbeschäftigung geworden. Ohne Verlag ist man neben dem Schreiben der Bücher ja auch für alles andere, zum Beispiel Marketing, zuständig. Dafür habe ich doch nun aber endlich den Job, den ich immer wollte. Dass es so ist, ist nicht zuletzt auch das Verdienst meiner treuen Leserinnen und Leser, deren positive Rückmeldungen und Kommentare mich laufend dazu animieren, mit jedem Buch stets noch ein kleines bisschen besser zu werden. Danke dafür, Ihr Lieben!

Wenn ich an dieser Stelle sage, dass ich ohne Kindle Direct Publishing von Amazon vermutlich heute noch nicht wüsste, wie es sich anfühlt, eine erfolgreiche Autorin zu sein, so ist das keine pathosgetränkte Lobhudelei, sondern ganz einfach Fakt. Wenn es Amazon und meine Leser nicht gäbe, würde ich sie auf der Stelle erfinden.“

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