Sechs Wochen lang probte Werner Ramskugler seinen Ruhestand. Das war, nachdem er seinen Managerposten bei einer großen Bekleidungskette an den Nagel hängte und sich vorgenommen hatte, künftig die arbeitsfreien Seiten des Lebens zu genießen. „Nach sechs Wochen war ich total unzufrieden. Da wusste ich, dass ich wieder arbeiten möchte.“ Nicht, dass es Werner an Hobbys fehlt: In seinen Urlauben bereist er gerne mit seiner Frau die Welt. Dazu kommen Reiten, Tennis und drei Enkelkinder: Langeweile klingt anders. „Ich habe mich trotzdem nicht ausgefüllt gefühlt. Ich wollte weiter beruflich Neues entdecken. Aber wer stellt einen Rentner ein? Das hätte ich früher selbst nicht gemacht“, gibt Werner zu.

Werners Weg führte über eine Zeitarbeitsfirma zu Amazon nach Koblenz. Dort habe man ihm nach einiger Zeit einen festen Arbeitsvertrag angeboten, Werner hat ihn angenommen. Das war vor sechs Jahren. „Wer Amazon kennt, weiß, dass Geschichten wie meine gar nicht ungewöhnlich sind. Denn hier zählt nicht, was du warst, was du für eine Nationalität hast oder wie alt du bist. Hier zählt, was du machst und wie du es machst. Das hat mir bei Amazon auf Anhieb gefallen!“

Bei Amazon zählt nicht, was du warst. Hier zählt, was du machst und wie du es machst.
Werner Ramskugler

Im Logistikzentrum Koblenz ist Werner ein bekanntes und geschätztes Gesicht unter den Kollegen. Als EHS-Supporter (Environment, Health, Safety) ist er Teil eines vielköpfigen, für die Sicherheit der Arbeitsplätze zuständigen Teams. Bei seinen regelmäßigen Begehungen geht es oft um Details. Falsch abgestellte Transportbehälter, die Wege blockieren, Mitarbeiter ohne Sicherheitsschuhe in sensiblen Bereichen mit Staplerverkehr, lose Paketbänder auf dem Boden, die zur Stolperfalle werden können: Werner hat einen geschulten Blick für mögliche Gefahren und trifft den richtigen Ton, wenn er Kollegen darauf hinweist.

Über das interne Fort- und Weiterbildungsprogramm Career Choice ließ er sich zur Fachkraft für gesundheitliches Betriebsmanagement weiterbilden, über die Berufsgenossenschaft erhielt er die Zertifizierung als Fachkraft für Arbeitssicherheit. „So hält man sich frisch im Kopf“, schmunzelt Werner. Und damit das auch so bleibt, entwickelt er gerade mit einem Kollegen eine App, um die Sicherheit im Versand- und Yard-Bereich, wo die Lkw’s be- und entladen werden, weiter zu verbessern. „Bei Amazon ist das ein Bereich mit höchster Sicherheitsstufe. Wenn dort ein Unfall passiert, dann wäre er besonders schwerwiegend“, erklärt Werner.

149 Sicherheitsregeln gibt es in Koblenz. Seit Jahren sind die Unfallzahlen rückläufig. Den Grund sieht Werner vor allem im „Lernenden Arbeitsschutz“ bei Amazon: „Das bedeutet für uns, dass die Kollegen aus den verschiedenen Arbeitsbereichen selbst die wichtigste Rolle für den Arbeitsschutz übernehmen. Hinweise auf mögliche Gefahrensituationen und Verbesserungspotenziale können sie anonym oder namentlich auf Feedbackzetteln, sogenannten ‚Safety Saves‘ abgeben. Das funktioniert sehr gut“, beteuert Werner. Rund 1.000 Safety Saves haben die Mitarbeiter im Koblenz seit Jahresanfang gemeldet. Werner und seine Teamkollegen gehen jedem Anhaltspunkt nach, um die Arbeitsplätze noch sicherer zu machen.