Martin Pausch arbeitet bei Amazon in Werne. Zum fünften Mal in Folge organisiert er mit Freundin Rebecca Weihnachtsessen für einsame Menschen in seiner Heimatstadt. Finanzielle Unterstützung dafür erhält er von seinem Arbeitgeber. Martins Hilfsaktion ist nicht nur im Kollegenkreis bekannt: Fast jeder in Werne weiß von der Veranstaltung. Die Stadt stellt dazu die Räumlichkeiten zur Verfügung. In diesem Jahr war dafür die Aula eines Gymnasiums angedacht. Sie sollte an Heiligabend über 200 Leute an die festliche Tafel bringen. Corona hat das verhindert.

„Selbst ohne die strengen Kontaktbeschränkungen hätten wir keine Feier anbieten können“, meint Martin. Die meisten Gäste gehören zur Hochrisikogruppe, sind älter und haben Vorerkrankungen. Martin und seine Helfer haben deshalb einen Plan B ersonnen. Statt des Dinners gibt es nun Corona-konforme Einzelbesuche mit 3-Gänge-Menü zum Aufwärmen; statt 200 Menschen an Heiligabend werden es nur 25. „Da sind viel Tränen geflossen bei allen, die sich noch anmelden wollten. Aber mehr Besuche schaffen wir einfach nicht.“ Martin will sich Zeit nehmen für die einsamen Menschen, auch wenn klar ist: „Alles muss auf Abstand bleiben. Wir werden Gespräche übers Fenster führen, auch die Essen und die Geschenke nicht direkt übergeben.“

Es ist wichtig, dass Weihnachten trotz Corona nicht ganz ausfällt und dass man die Menschen nicht der Isolation und Einsamkeit überlässt.
Amazon Mitarbeiter Martin organisiert in seiner Heimatstadt Werne Weihnachtsessen für einsame Menschen.

Die Herausforderungen der Weihnachtsessen kennen auch andere Organisationen. Die Obdachloseneinrichtung Harburg-Huus in Hamburg, die von unserem Logistikzentrum in Winsen unterstützt wird, denkt über Corona-konforme Alternativen nach. Ähnliches gilt für die Diakonie in Dortmund und Lünen. Die Andreasgemeinde in Leipzig wird die Mittel von Amazon für eine Feier auf großem Freigelände nutzen.

„Es ist wichtig, dass Weihnachten trotz Corona nicht ganz ausfällt und dass man die Menschen nicht der Isolation und Einsamkeit überlässt“, ist Martin sicher. 86 Jahre alt ist die älteste Seniorin, die er an Heiligabend besuchen wird. Verwandte oder Familie: Fehlanzeige bei der alten Dame. Martin hat sich überlegt, wie er trotz der Distanzbesuche für Ablenkung vom Pandemie-Alltag sorgen kann: „Rebecca und ich haben jede Menge Aufkleber besorgt, mit denen wir ihr Auto in den Schlitten des Weihnachtsmanns verwandeln möchten.“ Die Autotattoos habe er natürlich bei Amazon bestellt, schmunzelt er. Vielleicht kamen sie sogar aus dem Logistikzentrum in Werne.