Rund 100.000 Kinder, Jugendliche und Familien in erschwerten Lebenslagen unterstützt der SOS-Kinderdorf e. V. in Deutschland. Der Verein bietet mit den SOS-Kinderdörfern Kindern ein Zuhause, wenn sich die leiblichen Eltern nicht um sie kümmern können. 3.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten und fördern in den SOS-Kinderdörfern, den Jugendhilfeeinrichtungen, Beratungs- und Mütterzentren oder in den Ausbildungs- und Beschäftigungszentren.

Heidrun Boye ist eine davon. Die erfahrene Pädagogin berät Familien in den unterschiedlichsten Notlagen. Die Pandemie habe bestehende Probleme verstärkt, ist sie sicher: „Was vorher gebrodelt hat, entwickelte sich oft zur handfesten Krise. Wenig Kontakte zur Außenwelt, Angst, räumliche Enge und der wirtschaftliche Druck bringen die Familien an die Belastungsgrenzen, häufig auch in Verbindung mit körperlicher Gewalt“, sagt Heidrun Boye.

Ich habe insgesamt viel Überforderung gesehen. Wenn Kita und Schule wegfallen, wird es schwierig in den Familien.
Heidrun Boye, Pädagogin im SOS-Kinderdorf Hamburg.

Unsere Standorte in den Regionen unterstützen mit insgesamt 34.000 Euro die SOS-Kinderdörfer in Berlin, Bernburg, Dortmund, Düsseldorf und Nürnberg. Finanziert werden damit neue Kinder- und Jugendzimmer und Möbel für Wohngruppen, eine ambulante Küche und Laptops für den digitalen Unterricht.

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In Heidrun Boyes Arbeit funktioniert viel über den direkten Kontakt: über Beratung vor Ort oder Hausbesuche, um sich ein Gesamtbild über die Situation in den Familien zu verschaffen. „Corona macht unsere Arbeit doppelt schwierig: Zum einen, weil mehr Krisen in den Familien entstehen. Zum anderen, weil wir neue Wege in der Beratung gehen müssen, um die Familien zu erreichen.“ Telefonische Beratungen, Online-Chats, Treffen mit Sicherheitsabstand: Das gehört inzwischen zum Arbeitsalltag von Heidrun Boye und zum Gesundheitsschutz vor Corona.

Die Folgen der Pandemie hat sie oft hautnah erlebt: „Ich habe insgesamt viel Überforderung gesehen. Kita und Schule helfen den von uns betreuten Familien, den Alltag zu strukturieren und entlasten gleichzeitig die Eltern bei der Betreuung und Erziehung. Wenn das wegfällt, wird es schwierig in den Familien.“

Neben den Folgen der Pandemie kämpfen viele Familien mit den Folgen von Armut und Hartz-IV. Oft kommen noch psychische Probleme der Eltern hinzu. Dass es in diesem Jahr für die meisten der von ihr betreuten Familien ein fröhliches und harmonisches Weihnachten geben wird, bezweifelt Heidrun Boye: „So lange die Pandemie andauert, bleibt es schwierig. In den vergangenen Monaten haben wir viel Erfahrungen gewonnen, unsere Beratungsangebote anzupassen und für die Familien weiter da zu sein. Wir tun unser Bestes, um zu helfen.“