Verschiedene Fußballer in roten, schwarzen und weißen Trikos. Sarmi ist ganz rechts im Bild zu sehen. Sie ist die einzige weibliche Spielerin.
Der Amazon Derby Pokal ging nach Werne. Sarmi (re. im Bild) kam mit ihren Teamkollegen auf Platz drei.

Während im Fernsehen das Frauen-WM-Spiel England gegen Kamerun über den Bildschirm flimmerte, war Sarmi beim Amazon Derby im rechten Mittelfeld am Ball, und zwar als einzige Spielerin unter sonst männlichen Kollegen: „Das war anfangs schon etwas komisch. Ich glaube, keiner hat mir wirklich zugetraut, dass ich wirklich Fußball spielen kann.“ – Die 25-Jährige trainiert bereits seit ihrem elften Lebensjahr, aktuell in der Frauenfußball-Kreisliga A Dortmund, beim SuS Hörde. Von ihren männlichen Mannschaftskollegen will sie keinesfalls als Püppchen behandelt werden: „Das hat sich dann aber gegeben, als mir das eine oder andere Foul passiert ist“, schmunzelt Sarmi.

Seit Anfang 2017 ist sie "Learning Trainerin" bei Amazon in Dortmund. Sie bildet u. a. Instruktoren aus, die neue Mitarbeiter im Logistikzentrum anlernen und kümmert sich um die Weiterbildung ihrer Kollegen. Ihr Traum für eine eigene Amazon Frauenfußballmannschaft hat sich bislang nicht erfüllt. Deshalb trainiert Sarmi mit ihren männlichen Arbeitskollegen. „Hansa Crossdock“ nennt sich ihre Mannschaft, mit der sie für ein Amazon Mitarbeiter-Derby angetreten ist. „Crossdock“ steht für das das Amazon Logistikzentrum in Dortmund: Der Standort ist ein Umverteilungszentrum, in dem keine Artikel gelagert, sondern auf andere europäische Logistikzentren verteilt werden.

14 Mannschaften aus den nordrheinwestfälischen Amazon Logistikzentren aus Dortmund, Werne und Rheinberg traten zum Derby an. Amazon veranstaltet jedes Jahr das Turnier, dieses Mal waren die Dortmunder Kollegen Ausrichter des fußballerischen Wettkampfs. Der Ehrgeiz, den Wanderpokal ins heimische Logistiklager zu bringen, ist groß: „Jeder möchte natürlich gewinnen“, sagt Sarmi. „Wenn nicht die eigene Mannschaft, dann zumindest ein Team vom eigenen Standort.“

Sarmi hat es mit ihren Teamkollegen von Hansa Crossdock auf den dritten Platz geschafft. Dafür gab’s zwar keinen Pokal, aber dennoch einen Glückwunsch von Ex-Fußballprofi Ingo Anderbrügge, der die Gewinner ehrte. Derby-Sieger war die Mannschaft „Teamlift 1“ aus Werne. Für Sarmi ist das in Ordnung. Ihr Wunsch fürs nächste Derby: „Ich würde gerne nächstes Jahr in einer Mannschaft spielen, die nur aus Frauen besteht. Fußball ist längst kein Männersport mehr.“ Das zeige auch die aktuelle Frauenfußball-WM.“ Ihr Appell deshalb: „Frauen, traut euch!“