Lars kennt sich aus beim Thema Sicherheit – beruflich wie privat: Im Amazon Logistikzentrum in Brieselang ist er als Abteilungsleiter für Arbeitsschutz verantwortlich für die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und auch als Feuerwehrmann in seiner Heimatstadt im brandenburgischen Zehdenick schützt er Menschen vor Gefahren.

Was bedeutet Corona für dich als Arbeitsschutzexperte? Wie hat sich deine Arbeit bei Amazon dadurch verändert?

Sicherheit und Gesundheit waren für uns immer enorm wichtig. Corona hat aber auch unsere Arbeitsweise verändert – und tut es jeden Tag aufs Neue. Ich bin im ständigen Austausch mit anderen Teams aus weltweiten Amazon Standorten, wir passen ständig die Maßnahmen an. Wir tauschen Erfahrungen, prüfen Verbesserungen und sorgen dafür, dass die Schutzmaßnahmen für Kolleginnen und Kollegen schnell umgesetzt werden und greifen.

Noch nie war Arbeitsschutz wichtiger als heute. Nur so ist es möglich, dass wir vielen Menschen, die nicht das Haus für einen Einkauf verlassen können, helfen können. Das schweißt uns hier alle zusammen.
Lars Herrmann, Sicherheitsingenieur bei Amazon in Brieselang

Aktuell unterstütze ich zusätzlich bei der Koordination des deutschlandweiten Einsatzes von Schutzmitteln für unsere Logistikzentren. Wir haben hier einen zentralen Beschaffungsprozess für alle Standorte. Das heißt, ich prüfe beispielsweise, welche Desinfektionsmittel für welche Anwendung bei uns geeignet ist. Das gibt es große Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung.

Lars, welche Maßnahmen wurden in den Logistikzentren ergriffen, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor dem Coronavirus zu schützen?

Vieles ist ja bei uns Handarbeit: Da werden Artikel ein- und ausgelagert, Bestellungen verpackt und verschickt. Wir haben deshalb die Reinigung intensiviert und viele zusätzliche Hygienemaßnahmen eingeführt. Wir stellen allen Mitarbeitern Masken zur Verfügung. In den Schichten werden nun oft mehrfach die Arbeitsplätze gereinigt und desinfiziert. Das gleiche gilt für Türgriffe, Handläufe, Touchscreens, Scanner oder andere Bereiche, die häufig berührt werden. Es gibt Stationen, um die Hände zu desinfizieren und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zum regelmäßigen und gründlichem Händewaschen aufgerufen. Am Boden haben wir Markierungen angebracht, um die notwendige Sicherheitsabstände zu verdeutlichen. Das macht es den Kolleginnen und Kollegen etwas leichter einzuschätzen, wie viel zwei Meter Sicherheitsabstand sind. Abstand halten gilt in allen Bereichen, wir haben dafür viele Prozesse umgestellt: für Schichtbeginn und –ende bei den Einlass- und Ausgangskontrollen, während der Arbeit und auch in den Pausen.

Wir führen an zahlreichen Standorten täglich kontaktlose Temperaturmessungen durch. Letztendlich sind unsere Maßnahmen ein Beitrag, damit das Gesundheitssystem nicht überfordert wird.

Was war aus deiner Sicht die größte Umstellung bisher?

Für uns alle war das der Wegfall der Start-Meetings. Das sind die Besprechungen vor Schichtbeginn mit allen Mitarbeitern. Wir sind ein Unternehmen, das viel untereinander in Teams kommuniziert. Aber dieser mündliche Austausch geht nun nicht mehr. Das trifft uns alle. Stattdessen nutzen wir Plakate, Flyer, Aushänge, Bilder oder zentral angebrachte Bildschirme. Wir achten alle darauf, dass die Regeln und Maßnahmen zum Schutz gegen Corona umgesetzt werden. Sicherheit ist bei uns Teamwork.

Noch nie war Arbeitsschutz wichtiger als heute. Nur so ist es möglich, dass wir vielen Menschen, die nicht das Haus für einen Einkauf verlassen können, helfen können. Das schweißt uns hier alle zusammen.