Porträtaufnahme eines Herrn in Anzug und Krawatte.
Lars Strohmenger berät Unternehmen bei der Altersvorsorge für ihre Mitarbeiter.

Lars Strohmenger ist ein Experte auf dem Gebiet der betrieblichen Altersvorsorge. Er arbeitet für die Profion GmbH aus München und berät Unternehmen wie Amazon u. a. im Bereich von Vorsorgekonzepten für Mitarbeiter. Wir haben ihn befragt, wie man bei Amazon für das Alter vorsorgen kann und wie sich das Angebot von anderen Modellen unterscheidet.

Arbeitgeber sind verpflichtet, ein Modell zur Altersvorsorge anzubieten. Wodurch unterscheidet sich das Modell bei Amazon vom Pflichtpaket?

Arbeitgeber müssen ihren Arbeitnehmern auf Nachfrage nur eine Entgeltumwandlung ermöglichen und einen Zuschuss aus den tatsächlich eingesparten Sozialabgaben zahlen. Amazon investiert deutlich mehr als viele Unternehmen in weitere Bausteine der betrieblichen Vorsorge für seine Mitarbeiter. Außerdem bietet Amazon zusätzlich eine kostenlose Lebens- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung für alle Mitarbeiter.

Welches Modell der betrieblichen Altersvorsorge gibt es bei Amazon für die Mitarbeiter?

Amazon bietet allen Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge an. Sie beinhaltet die Möglichkeit, einen selbst gewählten Anteil des Bruttolohnes – 2019 sind das maximal 268 Euro monatlich - als so genannte Entgeltumwandlung in eine Direktversicherung einzuzahlen. Selbstverständlich kann auch weniger eingezahlt werden. Amazon gibt 15 Prozent des eingezahlten Betrages zusätzlich oben drauf. Das sind bis zu 40,20 Euro monatlich. Doch das ist längst nicht alles.

Ab einer Beschäftigungsdauer von sechs Monaten zahlt Amazon für jeden Euro des Mitarbeiters in die Direktversicherung einen weiteren Euro in eine von Amazon ausgewählte rückgedeckte Unterstützungskasse, dem Euro-Betriebs-PensionsFonds e.V. (EPF). Das sind zusätzlich 100 Prozent Zuschuss bis max. 2 Prozent des Bruttolohns. Liegt das Bruttojahresfestgehalt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung, kann der Zuschuss noch höher ausfallen.

Amazon investiert deutlich mehr als viele Unternehmen in die Vorsorge für seine Mitarbeiter.
Lars Strohmenger

Was ergibt sich da unter dem Strich für die Mitarbeiter?

Bei Rentenbeginn erhält der Mitarbeiter Geld aus zwei Quellen: Zum einen aus der Direktversicherung, die Amazon mit einem 15 prozentigen Arbeitgeberzuschuss mitfinanziert, und zum anderen eine Einmalzahlung aus dem EPF, der komplett von Amazon finanziert wird.

Ein Beispiel: Für einen heute 25-Jährigen ergibt sich bei einem Bruttojahresfestgehalt von 30.500 Euro und einem Beitrag aus Entgeltumwandlung von 2 Prozent eine prognostizierte monatliche Zusatzrente aus der Direktversicherung von rund 158 Euro (garantierte Zusatzrente: 97,60 Euro). Der Mitarbeiter wendet in diesem Beispiel aus seinem Brutto eine monatliche Rate von 50,83 Euro auf - durch die starke staatliche Förderung kostet ihn das netto allerdings nur ca. 25 Euro. Dazu kommt eine Einmalauszahlung von Amazon aus dem EPF in Höhe von voraussichtlich ca. 46.000 Euro (garantiert: 28.722 Euro) im Rentenalter.

Vorsorge ist wichtig, damit man auch später im Alter ausreichend Einkommen zur Verfügung hat. Deshalb sollte man rechtzeitig prüfen, ob die Absicherung reicht - und Angebote zur Altersvorsorge nutzen.