Nicole Roelvink-Hamann verantwortet das Gesundheitsmanagement bei Amazon in Deutschland. Im Interview erläutert sie, wie sich die Logistikstandorte auf die dritte Welle vorbereiten und wie die Mitarbeiter:innen durch weitere geplante Maßnahmen geschützt werden.

Eine braunhaarige Frau in blauer Bluse in einem Logistikzentrum.
Nicole Roelvink-Hamann verantwortet in Deutschland das Gesundheitsmanagement bei Amazon.
Foto von Sir Richard Picture

Wie siehst du die Rolle von Amazon in der Pandemie?

Unsere Aufgabe ist es, für die Menschen da zu sein und einen sicheren Arbeitsplatz zu bieten. Was meiner Meinung nach in der öffentlichen Diskussion oft zu kurz kommt: Nicht nur viele Kund:innen sind in der Pandemie auf unseren Lieferservice angewiesen, es gibt auch viele kleine und mittlere Händler, die unsere Infrastruktur nutzen. Sie stehen für etwa 60 Prozent der bei Amazon verkauften Artikel. Wir investieren viel, um den Lieferservice in der Pandemie aufrechtzuerhalten und unsere Mitabeiter:innen zu schützen.

Welche Maßnahmen gibt es bereits von Amazon, um die Logistikmitarbeiter:innen vor COVID-19 zu schützen?

Wir tun alles in unserer Macht stehende, um unsere Mitarbeiter:innen bestmöglich vor COVID-19 zu schützen. Das reicht von täglichen Temperaturmessungen beim Betreten der Gebäude, medizinischen Masken, 2-Meter-Kontaktabständen, häufiges Desinfizieren von Kontaktpunkten und Arbeitsplätzen bis zur kontaktfreien Auslieferung der Bestellungen.

In Summe haben wir bis heute über 150 Prozesse in unserem Logistiknetzwerk maßgeblich verändert und 2020 weltweit mehr als 11,5 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit COVID-19 ausgegeben. Allein in Deutschland haben wir mehr als 470 Millionen Einheiten Händedesinfektionsmittel, 21 Millionen Paar Handschuhe, 19 Millionen Masken, Gesichtsschutz oder anderen Mund-Nasen-Schutz und 39 Millionen Packungen Desinfektionstücher bestellt. Die Gesundheitsämter und die politisch Verantwortlichen bestätigen unsere Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter:innen und Kunden.

Wie weit ist Amazon mit den Testangeboten an den Logistikstandorten?

Wir haben bereits damit begonnen, Mitarbeiter:innen in der Logistik kostenlose und freiwillige Tests anzubieten, an vielen Standorten wird es bereits umgesetzt. PCR-Tests ermöglichen es uns, Krankheitsfälle frühzeitig und bei asymptomatischen Verläufen zu erkennen. Wir sind in der Lage, unsere Logistikmitarbeiter:innen effektiv zu schützen, indem wir Ansteckungsrisiken reduzieren, weil Menschen sich sonst gar nicht bewusst sind, dass sie „stille Träger“ sind. Sobald alle lokalen Betriebsräte dem freiwilligen Testangeboten zustimmen, könnten wir die Tests an allen deutschen Logistikstandorten anbieten. Soweit durch Länderverordnungen spezielle Anforderungen an Arbeitgeber gestellt werden, kommen wir auch diesen selbstverständlich nach.

Wie stellt Amazon die Infrastruktur für die Tests bereit?

Die Tests werden nach entsprechender Einweisungen von unseren Mitarbeiter:innen selbst durchgeführt. So können wir am ehesten Kontaktabstände gewährleisten und ein zusätzliches Ansteckungsrisiko minimieren. Für die PCR-Tests haben wir mit einem eigenen Labor im englischen Manchester zusätzliche Kapazitäten geschaffen. Die Ergebnisse übermitteln wir in das staatliche Meldesystem, mit dem auch die lokalen Gesundheitsämter arbeiten. Durch das eigene Labor nehmen wir keine öffentlichen Kapazitäten in Anspruch.

Einschätzungen von Gesundheitsbehörden, Regierungsvertretern und Medien zu unseren Corona-Schutzmaßnahmen