Jeden Tag kaufen Menschen eine Vielzahl an Produkten bei Amazon. Sie kommen entweder von Amazon selbst oder von den zahlreichen Drittanbietern, die ihre eigene Ware über Amazon verkaufen. In Österreich arbeiten wir mit über 2.000 kleinen und mittleren Unternehmen zusammen, die pro Minute durchschnittlich 30 Produkte verkaufen (Details dazu gibt es im KMU Report 2021). Die Zusammenarbeit mit diesen Betrieben ermöglicht uns, Euch ein breites Sortiment anzubieten. Unsere Partnerunternehmen können die Produkte hierbei entweder selbst lagern, verschicken und die Retouren bearbeiten – oder sie können unser Programm „Versand durch Amazon“ nutzen und den gesamten Logistikprozess in Amazons Hände geben. Mehr als 1.000 österreichische Unternehmen nutzen diese Möglichkeit bereits.

Natürlich wollen wir, dass Ihr mit Eurem Kauf zufrieden seid und keine Notwendigkeit seht, etwas zurückzugeben. Aber Retouren kommen vor, und wir wollen Euch unkomplizierte Rückgabemöglichkeiten bieten, falls Ihr einen gekauften Artikel einmal nicht verwenden könnt. Was passiert also, wenn Kund:innen etwas zurückschicken?

Retouren verdienen eine zweite Chance

Zunächst: Retouren verdienen ein zweites Leben. Denn auch was geöffnet oder gebraucht ist, kann noch funktionstüchtig sein – oder wieder werden. Deshalb durchlaufen alle Retouren bei Amazon zunächst eine strenge Inspektion. Wenn ein Artikel neuwertig ist und unseren hohen Qualitätsansprüchen nach wie vor entspricht, kann der Artikel als „neu“ wiederverkauft werden. Tatsächlich kann der Großteil der zurückgegebenen Produkte so neu gelistet werden.

Was aber passiert mit Artikeln, die wir nicht wieder als Neuware verkaufen können? Das hängt davon ab, wem das Produkt gehört – Amazon oder einem/r unserer vielen Verkaufspartner:innen.

Produkte von Amazon

Retournierte Artikel, die von Amazon verkauft wurden und nicht als Neuware wiederverkauft werden können, durchlaufen weitere gründliche Prüfungen, um sie für den nächstbesten Verwendungszweck zu kennzeichnen: Rückgabe an den Hersteller, Weiterverkauf als Gebrauchtware über das Programm „Amazon Warehouse“, Verkauf an Restpostenhändler, oder Spende.

Sachspenden sind ein wichtiger Ansatz, den wir neben Geldspenden und gemeinnütziger Arbeit als Teil unseres soziales Engagements in Österreich und allen anderen Ländern, in denen wir agieren, verfolgen. Wir arbeiten mit sozialen Organisationen zusammen, damit überschüssige Ware aus unseren Logistikzentren bedürftigen Menschen zugutekommt.

Nur wenn wir keine andere Möglichkeit mehr haben (zum Beispiel aus hygienischen Gründen oder weil Waren beschädigt sind), geben wir Artikel zum Recycling oder zur Energierückgewinnung. Dieser Weg ist für uns die letzte und am wenigsten attraktive Option – ökologisch und ökonomisch. Tatsächlich liegt der Anteil der von Amazon verkauften Produkte, die entsorgt werden müssen, im Promillebereich. Und wir werden ihn weiter verringern – etwa indem wir Euch vor dem Kauf immer bessere Informationen anbieten, damit Ihr einmal Bestelltes erst gar nicht zurücksenden müssen.

Produkte von Verkaufspartner:innen

Mehr als die Hälfte der weltweit bei Amazon verkauften Produkte wird von selbstständigen Drittanbietern verkauft. Da die zurückgesendeten Produkte nicht uns gehören, liegt es an den Verkaufspartner:innen zu entscheiden, was mit ihnen geschehen soll. Um dazu beizutragen, dass auch sie nachhaltige Entscheidungen treffen können, arbeiten wir intensiv daran, ihnen ähnliche Mechanismen anzubieten, wie wir sie für unsere eigenen Artikel anwenden:

  • Mit einem ersten Programm können Verkaufspartner:innen Retouren und unverkaufte Bestände noch mit Gewinn an Aufkäufer von Restposten weiterverkaufen. Das Programm gibt es jetzt in den USA, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien und bald auch in Großbritannien. Auch österreichische Verkaufspartner:innen nutzen dieses Programm bereits.
  • Über ein zweites Programm können Drittanbieter Retouren auch direkt an Amazon Kund:innen weiterverkaufen. Das Programm ist bereits in Großbritannien verfügbar und wird bis Ende des Jahres in den USA und bis Anfang 2022 auch in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien starten. Auch dieses Programm öffnen wir für österreichische Unternehmen. Amazon bewertet einen retournierten Artikel dann automatisch und weist ihm einen von vier Standardzuständen zu: von „Gebraucht - wie neu“ bis „Gebraucht - akzeptabel“. Drittanbieter legen den Artikelpreis entsprechend dem Zustand selbst fest – genau wie bei ihren neuen Artikeln.

Wir haben außerdem einen Outlet-Shop gestartet, über den Drittanbieter überschüssige Ware an Kund:innen von Amazon verkaufen und in der Regel noch zwischen 30 und 60 Prozent des ursprünglichen Preises erhalten. All unsere Programme helfen unseren Drittanbietern dabei, mehr Ware zu verkaufen und Lagerkosten zu reduzieren. In Verbindung mit unserer Gebührenstruktur sorgen sie dafür, dass die Entsorgung von Produkten für Verkaufspartner:innen die wirtschaftlich am wenigsten attraktive Option ist.

Es gibt jedoch eine regulatorische Herausforderung, die Unternehmen im Falle von Sachspenden benachteiligt: In Deutschland – wo wir viele Produkte für österreichische Kund:innen bearbeiten – verpflichtet das Steuerrecht Unternehmen dazu, Umsatzsteuer auf den Wert aller gespendeten Waren zu entrichten. Für Unternehmen ist es daher oft teurer, Waren zu spenden, als sie zu entsorgen. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sind dies Mehrkosten, die sie nicht immer tragen können.
[Update] Im Rahmen des aktuellen Koalitionsvertrages setzt sich die voraussichtlich neue deutsche Bundesregierung zum Ziel, „bestehende steuerrechtliche Hürden für Sachspenden an gemeinnützige Organisationen durch eine rechtssichere, bürokratiearme und einfache Regelung zu beseitigen“. Amazon begrüßt diese Entwicklung und wir hoffen, dass die Regelung nun auch schnell umgesetzt wird – auch im Sinne unserer österreichischen Verkaufspartner:innen.