Sich abends gemütlich vor den Fernseher setzen und einen Film genießen – was für viele gerade im Corona-Winter ein willkommenes Abendritual darstellt, ist für blinde und sehbehinderte Menschen oft eine große Herausforderung. Hörfilme ermöglichen es ihnen, Filme und TV-Produktionen trotz ihrer Seheinschränkung zu genießen. Sie sind mit einer Audiodeskription (AD) ausgestattet, die Handlung und Szenerie beschreibt. Wer Hörfilme aus Mediatheken nutzen wollte, musste sie bislang dort aussuchen und abspielen. Dazu mussten Nutzer jedoch wissen, wie jede einzelne Mediathek strukturiert ist, um hier mit der Fernbedienung oder der Computermaus den richtigen Weg zum Film zu finden.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und den Sendeanstalten ARD, ZDF und ARTE hat Amazon deshalb eine neue Alexa-Funktion entwickelt. Mit dem HÖRFILM-Skill lässt sich das Hörfilmangebot aus den Mediatheken sowie Livestreams der Sender per Sprachsteuerung anwählen, steuern und über alle Alexa-fähigen Geräte abspielen – ganz ohne Fernbedienung. Mit Sprachbefehlen wie „Alexa, starte Hörfilm“ oder „Alexa, zeige mir Dokus“ können Kund:innen die fast 4.000 Titel umfassenden Inhalte auf ihrem Echo, Echo Show, Fire TV oder Fire Tablet abspielen. Alexa macht auf Wunsch Vorschläge für passende Titel und trägt die gefundenen Treffer vor. Mit „Alexa, Pause“ oder „Alexa, stopp“ kann man die Wiedergabe anhalten oder beenden.

Der Skill HÖRFILM ist ein gutes Beispiel, wie man blinden und sehbehinderten Menschen einen unkomplizierten Zugang zu Kultur und Medien und damit zu mehr Teilhabe ermöglichen kann.
Andreas Bethke, Geschäftsführer des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes

Bei der Entwicklung des neuen Alexa-Skills arbeitete Amazon eng mit dem DBSV und dadurch mit der Zielgruppe zusammen, um die Anwendung so alltagstauglich wie möglich zu machen. „Der Skill HÖRFILM ist ein gutes Beispiel, wie man blinden und sehbehinderten Menschen einen unkomplizierten Zugang zu Kultur und Medien und damit zu mehr Teilhabe ermöglichen kann“, erklärt Andreas Bethke, Geschäftsführer des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, und fügt hinzu: „Wir als Verband erkennen das Potenzial von Sprachassistenten. Für viele Menschen mit Seheinschränkung kann diese Technologie ein Stück mehr Selbstständigkeit bedeuten.“

HÖRFILM-Skill nur ein erster Schritt

Schon länger erleichtert der Sprachdienst Alexa das Leben vieler sehbehinderter Menschen. Ob Wetter ansagen, eine Zugverbindung heraussuchen, Interneteinträge vorlesen, Mails und Nachrichten schreiben oder Anrufe tätigen – was für Sehende bequem ist, kann für eine blinde Person eine wertvolle Unterstützung sein.

Zwei Männer sitzen auf Stühlen und schauen sich an.
Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de, bei einem Treffen mit Andreas Bethke, Geschäftsführer des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes.
Foto von Oliver Ziebe

„Wir haben in den vergangenen Jahren viel Feedback von Menschen mit beeinträchtigtem Sehvermögen bekommen“, sagt Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de, bei einem Treffen letzte Woche mit Andreas Bethke. „Deshalb sind wir auf den DBSV zugegangen.“ Auch das deutsche Alexa-Team sieht großes Potenzial: „Die Entwicklung des Skills HÖRFILM gemeinsam mit dem DBSV, ARD, ZDF und ARTE ist ein erster Schritt auf dem Weg, die zahlreichen Vorteile von Sprachsteuerung einfach und kostenlos erfahrbar zu machen“, betont Philipp Berger, Country Manager Alexa bei Amazon. Weitere Schritte sollen bald folgen.

Ralf Kleber hofft auf einen langfristigen Austausch mit dem DBSV. Er kündigte zudem an, an der Barrierefreiheit für Kund:innen bei allen Angeboten und Services des Unternehmens arbeiten zu wollen, beispielsweise auch beim Einkaufen über Amazon.de, was bislang für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sehr aufwändig ist. „Die Aufgabe, Barrieren aus dem Leben zu schaffen, muss von uns allen gemeinsam gestemmt werden.“, so Ralf Kleber abschließend.