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Gutes wirft man nicht weg, das lernt man bereits als Kind. Trotzdem wurden in Deutschland lange Zeit Waren im Wert von jährlich mehreren Milliarden Euro einfach entsorgt. Juliane Kronen machte sich daran, das Problem zu lösen: Heute sammelt sie bei Herstellern und Händlern überschüssige Waren ein und vermittelt sie an soziale Einrichtungen. Mit ihrer Online-Plattform innatura.org hilft sie, Gebrauchsgüter, die sonst im Müll landen würden, in sinnvollen Mengen an karitative Organisationen zu verteilen.

„Alles begann mit 200.000 Flaschen Shampoo“, sagt die promovierte Betriebswirtin, die sich ehrenamtlich bereits seit Längerem für verschiedene Organisationen engagiert. „Ein ehemaliger Kollege rief mich an und sagte, er hätte zwei Lkw-Ladungen voll Shampoo auf dem Hof stehen. Die Ware sei hundertprozentig in Ordnung, aber falsch etikettiert. Er würde sie gern spenden. Ob ich helfen könne...“, so Kronen. Da die Lieferung schlicht zu groß für eine einzelne soziale Einrichtung war, fand sich kein Abnehmer und die einwandfreien Shampoos wurden schlussendlich vernichtet. Ein Umstand, den Juliane Kronen ändern wollte.

Sie gründete eine Organisation, die überschüssige Ware annimmt, in einem Lagerhaus aufbewahrt und in kleineren, bedarfsgerechten Mengen an soziale Einrichtungen vermittelt – eine wichtige Innovation in der Welt des Spendens. „Im Grunde wollten wir eine Art ‚Amazon für soziale Zwecke‘ sein: also eine Online-Plattform mit Produktspenden, die von gemeinnützigen Organisationen geordert werden können“, erklärt sie.

Dabei kann sie auf tatkräftige Unterstützung zurückgreifen, viele namhafte Unternehmen unterstützen die Organisation, darunter auch Amazon. Bereits seit dem operativen Start im Jahr 2013 arbeiten Amazon und innatura zusammen: „Amazon hat uns proaktiv beim Aufbau unterstützt und nicht nur Waren geliefert, sondern uns auch mit dem logistischen Know-how geholfen“, sagt Juliane Kronen im Rückblick. Bislang hat Amazon Neuwaren aus Lager-Überbeständen im siebenstelligen Euro-Wert kostenfrei an innatura geliefert. Außerdem ist Amazon mit Rocco Bräuniger als Director Consumables Amazon EU SARL im Kuratorium der Organisation vertreten. Er sieht auch für Amazon einen großen Vorteil in der Kooperation: „Früher war es kompliziert und kleinteilig, überschüssige Ware sinnvoll weiter zu vermitteln. Mit innatura haben wir reibungslose Prozesse etabliert, die nicht nur beiden Seiten, sondern vor allem karitativen Organisationen zu Gute kommen.