Vor den Hallen der Großmarkthalle findet wie jeden Freitag die Lebensmittelausgabe der Münchner Tafel statt. Alles scheint wie sonst, nur: Neben den Tischen mit den Lebensmitteln türmt sich ein Berg mit Orangen, Mandarinen und anderen Früchten. Sie sind der erste Teil an Extra-Lieferungen, die Amazon zur Versorgung der über 20.000 Münchner Tafelgäste während der kalten Jahreszeit zur Verfügung stellt. Denn in den Wintermonaten wird das Obst und Gemüse oft knapp für die Münchner Tafel. „Wir können dann vom Handel nicht den nötigen Bedarf einsammeln,“ sagt Tafel-Botschafter und ehemaliger Fußballweltmeister Paul Breitner: „Um unseren Tafelgästen in den kalten Monaten eine ausgewogene Ernährung anbieten zu können, müssen hin und wieder Nahrungsmittel hinzukommen.“ Seit über sieben Jahren betreut der ehemalige Fußballstar mit seiner Frau eine der 27 Tafelausgabestellen in München.

Rund 250 Tafelgäste reihen sich an diesem Freitag in die Schlange bei rund zwei Grad Außentemperatur. Unter den ersten ist Elfriede Edelmann. Die ältere Dame kommt seit acht Jahren jede Woche zur Ausgabestelle an der Großmarkthalle. „Die Kälte macht mir nichts. Man muss sich halt warm einpacken“, sagt sie und erzählt: „Seit mein Mann vor zwöft Jahren gestorben ist, sieht es knapp mit dem Geld aus.“ Rente und Grundsicherung deckten kaum die Kosten. Deshalb ist Elfriede Edelmann froh über die Lebensmittel von der Münchner Tafel: „Damit komme ich ganz gut über die Runden.“

Um unseren Tafelgästen in den kalten Monaten eine ausgewogene Ernährung anbieten zu können, müssen hin und wieder Nahrungsmittel hinzukommen.
Paul Breitner

Die Münchnerin ist kein Einzelfall: Das Sozialreferat der Stadt München meldet steigende Zahlen für Altersarmut. Mehr als 12.000 Menschen bekommen derzeit Grundsicherung im Alter, weil sie zu wenig Rente haben. So ist es auch bei der 69-jährigen Hildegard Wiedemann. Früher hat sie eine Hort-Kantine geleitet – bis sie zur Frührentnerin wurde. Der Gang zum Sozialamt sei ihr schwergefallen, sagt sie: „Aber was will man machen, wenn der Kühlschrank leer bleibt?“ Sie sei sehr froh, dass es die Münchner Tafel gibt: „So muss ich nicht jede Woche zusätzlich Geld für Lebensmittel ausgeben.“ Zudem seien die Tafel-Leute wahnsinnig nett: „Wir kennen uns schon alle untereinander“, schmunzelt sie und begrüßt einen der Ehrenamtlichen mit einer Umarmung.

Eine Gruppe von Amazon Mitarbeitern, u. a. von Fresh mit grünen Shirts, der Rest mit weißen Shirts, steht vor einem Berg von Orangen und Mandarinnen. In ihrer Mitte: Paul Breitner.
Paul Breitner (Mitte) mit den Freiwilligen von Amazon

Die Helfer der Tafel werden an diesem Freitag von rund zwei Dutzend freiwilligen „Volunteers“ von Amazon unterstützt, die Obst, Gemüse und andere Lebensmittel austeilen. Neben der Extra-Spende an Obst für die Wintermonate liefert Amazon regelmäßig Überbestände aus dem Amazon Fresh Depot an die Münchner Tafel. Nach einigen Stunden sind alle Tafelgäste versorgt, die Helfer beginnen mit dem Abbau der Ausgabestelle. Elfriede Edelmann sitzt mit vollem Einkaufstrolley in einem Fahrzeug der Johanniter, die sie nach Hause bringen. Alleine würde sie den Heimtransport nicht schaffen.