Mit einer besonderen Fördermethode unterstützt die FortSchritt-Konduktives Förderzentrum gGmbH Kinder mit Behinderung, so gut es geht mit ihren Einschränkungen zu leben. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Störungen des Nervensystems und der Muskulatur. Familie von Quadt, die FortSchritt in den 1990er-Jahren gründete, profitierte einst selbst von den Ergebnissen der Konduktiven Förderung. Es war der Ausgangspunkt für viele weitere Erfolgsgeschichten.

„Wir sind extra von Bremen nach München gezogen“, erzählt Amaya Ruano über ihren Weg zu FortSchritt. Ruanos vierjährige Tochter Lucia wird seit einiger Zeit bei FortSchritt betreut. Sie lebt mit einer infantilen Zerebralparese – einer Bewegungsstörung, die durch Hirnschädigungen im Säuglingsalter hervorgerufen wird. Im Volksmund ist die Behinderung als spastische Lähmung bekannt. „Als wir davon erfuhren, haben mein Mann und ich bald mit der Recherche nach einer geeigneten Fördereinrichtung begonnen.“ Auf der Suche nach der bestmöglichen Betreuung für ihre Tochter, stießen sie auf das besondere Konzept, das FortSchritt anbietet.

„Die herkömmliche Therapie für Menschen mit einer solchen Behinderung besteht meist aus vielen Einzelelementen: zum Beispiel einer gezielten Sprachförderung durch Logopäden oder einer Bewegungstherapie durch Ergotherapeuten. Das ist zwar alles sinnvoll, greift aber oft nicht ineinander. Bei der Konduktiven Förderung steht die Ganzheitlichkeit, der Spaß und die Selbstständigkeit im Fokus. Eltern werden entlastet, weil sie nicht von einer Therapie zur anderen fahren müssen, sondern quasi alles in einem haben“, erklärt FortSchritt Geschäftsführerin Tatijana von Quadt, die die Organisation mittlerweile in zweiter Generation führt. Das Konzept der Konduktiven Förderung nach Dr. András Petö vereint verschiedene Therapieformen und versucht, die Betroffenen jeden Tag in jedem Bereich zu fördern. Der Gedanke dahinter: Im Alltag wenden wir ganz unbewusst viele verschiedene Fertigkeiten, wie Motorik und Orientierung, zur selben Zeit an. Diese beispielsweise durch Spiele gleichzeitig zu schulen, hilft den Betroffenen nachhaltig. „Unser speziell ausgebildetes Personal, sogenannte Konduktoren, lernen in ihrer Ausbildung Ergotherapie, Logopädie, Anatomie, Psychologie, Pädagogik und legen einen besonderen Wert auf die Selbstständigkeit und die praktische Anwendung. Auf diese Weise können sie Kindern und Erwachsenen helfen möglichst selbstständig zu werden“, sagt von Quadt.

So, wie Konduktoren einst auch Familie von Quadt unterstützten. Simon, der Sohn von Hanni und Peter von Quadt – den Gründern von FortSchritt, – erlitt während seiner Geburt einen Sauerstoffmangel. Eine spastische Lähmung beider Arme und Beine war die Folge. Heute führt er ein selbstbestimmtes Leben – ein Erfolg der Konduktiven Förderung. Recht schnell war für Familie von Quadt deshalb klar: auch andere sollen Zugang dazu bekommen. So entstand FortSchritt. Mittlerweile unterstützt die Organisation mit FIND, dem sogenannten „FortSchritt Inklusionsdienst“, Menschen mit Behinderung und Beeinträchtigung am Arbeitsplatz und betreibt insgesamt 37 inklusive Kinderkrippen, Kindergärten und Konduktiv Heilpädagogische Tagesstätten in ganz Oberbayern.

FortSchritt hilft nicht nur Kindern, sondern erleichtert auch das Leben der Eltern

Eine der Familien, die FortSchritt begleitet, sind die Pfitzners. Ihr Sohn Samuel kam als Frühchen zur Welt und erlitt wie Simon und Lucia eine Schädigung des Gehirns. „Wir haben schnell gemerkt: zuhause ist unser Sohn einfach Samuel. Aber draußen gibt es Anforderungen, die ihm nicht gerecht werden. Deshalb wollten wir ihm auch abseits seines Zuhauses ein Umfeld geben, das sich voll auf ihn einlässt und das ihn in seinen individuellen Bedürfnissen voranbringt“, sagt Mutter Anke Pfitzner. Mittlerweile ist ihr Sohn seit vielen Jahren bei FortSchritt, geht auf eine Förderschule und hat Laufen und Sprechen gelernt – eine beachtliche Entwicklung. „Außerdem will man Mama sein und nicht Therapeutin“, hebt Pfitzner hervor. „Und dadurch, dass bei FortSchritt alle Fördermöglichkeiten abgedeckt werden, können wir als Familie mehr und qualitativ bessere Zeit miteinander verbringen.“

Dass die Kinder sich schnell weiterentwickeln, sobald sie bei FortSchritt sind, hängt mit dem Konduktiven Ansatz, aber auch dem Betreuungsschlüssel zusammen. Eine Konduktorin beziehungsweise ein Konduktor betreut in der Regel drei Kinder. Individuelle Förderung wird also großgeschrieben. „In diesem Zusammenhang hilft uns eine finanzielle Förderung, wie wir sie zum Beispiel durch AmazonSmile erhalten. Denn dieses Geld können wir in unser Personal investieren, das für die Entwicklung der Kinder entscheidend ist“, erklärt Tatijana von Quadt. Bei einem Einkauf via smile.amazon.de gibt Amazon 0,5% der Einkaufssumme an eine vom Kunden gewählte gemeinnützige Organisation weiter. Hinzu kommt Unterstützung durch Amazon, die über den finanziellen Aspekt hinausgeht: Erst kürzlich waren Amazonians aus München bei FortSchritt am Münchener Mariahilfplatz, um Wände zu streichen. Durch solche Aktionen kann FortSchritt Geld sparen, das an anderer Stelle sinnvoll eingesetzt werden kann.

Zum Beispiel, um die Eltern hinsichtlich der Förderung ihrer Kinder weiterzubilden: „Ich habe vieles gelernt, das ich zuhause anwenden kann: Spiele, Massagetechniken oder Fördermethoden aus der Logopädie“, erzählt Amaya Ruano. So kann sie die Konduktive Förderung daheim fortführen – in der Hoffnung, dass sich Lucia ähnlich entwickelt wie Simon oder Samuel. Der Umzug, so viel ist für Amaya Ruano sicher, hat sich für die Familie gelohnt.