Im Kinderhospiz Bärenherz können Eltern und kranke Kinder ein paar Wochen im Jahr durchschnaufen.

Wir können nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern dem Tag mehr Leben
Geschäftsführerin Ulrike Herkner

„Ich hab‘ in meinem bisherigen beruflichen Leben noch nie so viel gelacht und Spaß gehabt, wie im Bärenherz“, sagt Manuela Kreusel. Seit eineinhalb Jahren arbeitet sie als Krankenpflegerin im Kinderhospiz Bärenherz. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen kümmert sie sich jeden Tag aufs Neue um kranke Kinder und ihre Familien. Ein Hospiz – so dachte die gelernte Erwachsenenpflegerin – sei vor allem ein Ort, an dem Menschen in den letzten Tagen ihres Lebens begleitet werden.

Aber seit sie im Kinderhospiz Bärenherz arbeitet, weiß sie, hier ist das anders: Im Bärenherz werden Kinder auch schon während der Zeit ihrer Erkrankung bis zum Tod betreut. Hier geht es vor allem darum, den kranken Kindern und ihren Familien regelmäßig ein paar Wochen Ruhe, Erholung und Spaß zu gönnen. Und das sieht und hört man.

Ein lebendiger Ort

Das Kinderhospiz liegt in Markkleeberg in der Nähe von Leipzig mitten in einer Parkanlage. Die Wände sind bunt, es tönt Musik und Gelächter aus den Fluren. Insgesamt zehn Zimmer für Kinder gibt es hier. Außerdem fünf Elternwohnungen, Geschwisterzimmer und einen Aufenthaltsraum mit Kuschelecke. Im Jahr finden hier 280 Familien Platz. Zwischen den Räumen wuseln viele engagierte Menschen umher: Hauswirtschafterinnen, die kochen, Sozialpädagogen, Ergotherapeuten und Logopäden – die Kinder im Bärenherz werden ganzheitlich betreut. Manuela Kreusel gehört zum Pflegeteam und beginnt ihren Arbeitstag im Hospiz mit einer Übergabe der Nachtschicht. Sie betreut jeden Tag ein bis zwei Kinder. „Jedes Kind ist anders“, erzählt die Pflegekraft. „Ich muss genau wissen, welche Schlafgewohnheiten es hat, ob es einen bestimmten Löffel zum Essen bevorzugt, welche Allergien es hat und welche Routinen es von zu Hause kennt“, erzählt sie. Die 47-Jährige übernimmt die Pflege und damit das, was die Eltern den Rest des Jahres über alleine schaffen müssen. „Es gibt Eltern, die müssen bis zu zehn Mal in der Nacht aufstehen, um das Kind zu versorgen“, weiß sie. Eine Riesenbelastung, von der die Eltern hier eine Zeit lang befreit werden.

Endlich mal ausschlafen – Eltern geben Verantwortung ab

So zum Beispiel Martin und Jennifer Geheb. Ihr Sohn Tajou ist 3 Jahre alt und schwerbehindert. Die Ärzte konnten bislang nicht genau herausfinden, was er hat. Klar ist allerdings, dass er 24 Stunden am Tag auf seine Eltern angewiesen ist. Gemeinsam erholt sich die Familie hier vom anstrengenden Alltag. „Die Eltern wissen die ersten zwei Tage oft gar nicht, was sie mit ihrer Freizeit anfangen sollen“, gibt Martin zu, der einmal im Jahr hier für vier Wochen von der Dauerverantwortung befreit wird. Während er vor allem viel schläft, genießt der kleine Tajou das Programm, das das Bärenherz-Team für die Kinder jeden Tag ausarbeitet: Singen, Tanzen, Basteln, Spielen. Sogar Clowns und echte Alpakas kommen regelmäßig vorbei und verzaubern die Kinder. Alpakas sind kleine Kamele. Weil sie so einen friedlichen Charakter haben, werden sie gern für die Tiertherapie eingesetzt und sorgen auch im Bärenherz für erstaunliche Momente mit den Kindern. Die Atmosphäre im Hospiz drückt das Selbstverständnis des Hauses aus. „Es soll ein lebendiger Ort sein“, erzählt Ulrike Herkner. Sie ist die Geschäftsführerin des Kinderhospizes Bärenherz Leipzig e.V. und überzeugt von dem Konzept. „Wir begleiten die Kinder ab dem Moment, in dem sie die Diagnose erhalten“.

Dem kleinen Tajou geht es vergleichsweise gut. Und zu wissen, dass es das Kinderhospiz Bärenherz gibt und man den schwersten Weg als Familie nicht allein gehen muss, ist ein Trost.

Geld und Zeit – ohne Spenden ging es nicht

Die Kosten für die kranken Kinder übernehmen die Krankenkassen. Aber für den Aufenthalt der Eltern und Geschwisterkinder muss der Förderverein des Hospizes aufkommen. Und das geht nur dank zahlreicher Spenden. Amazon unterstützt das Kinderhospiz im Rahmen der Aktion „Amazon gemeinsam“. Die Idee dahinter: Im Umfeld von Amazon-Standorten, also dort, wo die Mitarbeiter von Amazon wohnen und leben, werden soziale Initiativen unterstützt. Die Hilfe soll genau dort ankommen, wo sie nötig ist. Das reicht von kleinen Sachspenden wie Spielgeräten für den örtlichen Kinderhort, über Geldspenden für Behinderteneinrichtungen bis zu umfangreichen Produktspenden für die lokalen Tafeln. Wo Bedarf besteht, kommen Amazon-Mitarbeiter vorbei und leisten ehrenamtliche Hilfe. Mitarbeiter-Gremien an den Standorten von Amazon entscheiden, welche Einrichtungen unterstützt werden sollen. Auch die Vorschläge für Spenden kommen oft von den Mitarbeitern. Schließlich sind die Menschen im Umfeld der Standorte am nächsten dran und wissen, welche Projekte Unterstützung benötigen. In Leipzig unterstützt das Amazon Logistikzentrum bereits seit Jahren das Kinderhospiz Bärenherz durch Sach- und Geldspenden. Die Organisation ist auch bei AmazonSmile vertreten. Über AmazonSmile können Kunden bei jedem Amazon-Einkauf auf einfache Art und Weise eine soziale Organisation ihrer Wahl unterstützen.

Ort der Erinnerung

Die Eltern von Niels sind dankbar für die Unterstützung. Die letzte Zeit mit ihrem Sohn haben sie hier im Hospiz verbracht. Niels hatte Trisomie 13. Die Ärzte hatten dem Jungen keine lange Lebensdauer prognostiziert. Als er ein halbes Jahr alt war, kam die Familie mit ihm ins Bärenherz. „Die sieben letzten Wochen mit Niels hier waren ein Geschenk“, sagt Mutter Peggy mit einem Lächeln. Die Familie hat in dieser Zeit im Bärenherz gelebt, wurde aufgefangen und die Eltern konnten auch mal gemeinsam ins Kino gehen. Es ist nun schon eine Weile her – aber auch heute kommen sie gern zurück. „Wir sind regelmäßig hier, weil uns so viele Erinnerungen hier halten. Wenn es uns packt und wir Zeit haben, sagen wir: Komm, wir fahren mal nach Markkleeberg ins Bärenherz“, erklärt Peggy. „Also für uns ist der Niels hier absolut präsent“, ergänzt der Vater in festem Ton.