Für Bernd Siggelkow ist die Mittagszeit die schönste des Tages – aber nicht, weil er sich auf eine Pause und eine warme Mahlzeit freut, sondern weil um 13 Uhr die Schule aus ist. Dann treffen die ersten Kinder in der „Arche“ ein und fallen ihm freudestrahlend um den Hals. „Es macht mich sehr glücklich, dass unser Verein für so viele Kinder wie ein Zuhause ist. Wir wollen jedem Kind das Gefühl geben, das einzige Kind der Arche zu sein“, erklärt der Gründer und Vorstand von Die Arche – Christliches Kinder- und Jugendwerk e.V.

Kopf und Herz

Doch Bernd Siggelkow ist mehr als das. Er ist der Kopf und das Herz des christlichen Kinder- und Jugendwerks. Er kümmert sich nicht nur um Verwaltung, Organisation und Kommunikation, er ist vor allem für die Kinder da. Für viele von ihnen ist er eine zentrale Bezugsperson geworden. Der Verein bezeichnet sich als beziehungsorientierte Organisation: Das bedeutet, dass sich die Betreuer in erster Linie nicht als Pädagogen, sondern als Freunde und Bezugspersonen der Kinder sehen. So soll eine nachhaltige Beziehung zu den Kindern aufgebaut und die Entwicklung eines gesunden Selbstbildes unterstützt werden. „Die Potenziale der Kinder zu erkennen und zu fördern ist eines der wichtigsten Ziele, die wir mit unserer Arbeit erreichen möchten. Viele Kinder und deren Eltern wissen nicht, wo ihre Fähigkeiten liegen. Deshalb möchten wir die Kinder ermutigen, ihre eigenen Stärken zu entdecken, weiterzuentwickeln und an sich selbst zu glauben“, erzählt Bernd Siggelkow. „Oft hört man, dass Kinder die Zukunft unserer Gesellschaft sind. Das sehe ich anders: Kinder sind die Gegenwart. Denn was ich heute nicht in Kinder investiere, werde ich morgen nicht von ihnen verlangen können.“

Ein steiniger Weg

Die Kinder der Arche sind zwei bis 18 Jahre alt und haben verschiedene Hintergründe: Einige kommen aus kinderreichen Familien, andere leben mit einem alleinerziehenden Elternteil, manche stammen aus Familien mit Migrationshintergrund. Auch viele Flüchtlingskinder finden in der Arche eine Zuflucht. Doch die Kinder leben nicht nur in wirtschaftlicher Armut, sie leben oft in emotionaler Armut. In den Familien ist der Existenzkampf oft so vorherrschend, dass für Liebe und Nähe kaum Zeit mehr bleibt. Bernd Siggelkow kennt diese Situation aus eigener Erfahrung. Als er sechs Jahre alt war, verließ die Mutter seinen Vater, seinen Bruder und ihn. Seitdem ging es zuhause nur noch um das wirtschaftliche Überleben. Über die Heilsarmee kam er als 16-Jähriger dann zum christlichen Glauben. Dort fand er einen Ort, an dem er sich wohlfühlte und sich entfalten konnte. Zu dieser Zeit keimte der Wunsch in ihm auf, solch einen Ort für alle Kinder in Deutschland zu schaffen. Mit der Gründung der Arche in Berlin Hellersdorf im Jahr 1995 verwirklichte er diesen Traum. Bis dahin war es jedoch ein langer und auch ein steiniger Weg: Denn das Thema Kinderarmut war damals nicht präsent in Deutschland.

Oft hört man, dass Kinder die Zukunft unserer Gesellschaft sind. Das sehe ich anders: Kinder sind die Gegenwart. Denn was ich heute nicht in Kinder investiere, werde ich morgen nicht von ihnen verlangen können.
Bernd Siggelkow, Gründer und Vorstand der Arche

Vater von 4.000 Kindern

Nachdem Bernd Siggelkow eine Ausbildung zum Theologen absolvierte, arbeitete er als Pastor und Jugendreferent und zog 1992 nach Berlin. Dort traf er auf viele Kinder, die ohne eine Perspektive aufwuchsen. Alles fing damit an, dass er 20 Kindern in seinem Wohnzimmer ein warmes Mittagessen gab. Später folgte der Umzug in einen 400 qm großen Jugendclub. Doch aller Anfang ist schwer: Es waren immer zu viele Kinder, zu wenig Platz und nie genügend Geld. In dieser Zeit zweifelte Bernd Siggelkow oft, ob seine Idee funktionieren kann. Doch er machte weiter und heute hat die Arche 26 Einrichtungen in ganz Deutschland. Die Organisation betreut ca. 4.000 Kinder täglich und beschäftigt 230 festangestellte Mitarbeiter sowie 200 Ehrenamtliche. Die Betreuung beruht auf sechs Grundbausteinen: sinnvolle Freizeitangebote, kostenlose Mahlzeiten, effektive Bildungsförderung, nachhaltige Beziehungsarbeit, erlebnisreiche Feriencamps und Hilfe für Eltern. Auch an Schulen unterstützt die Arche: Betreuer verteilen Frühstück oder kümmern sich in Trainingsräumen um Schüler mit Lernschwierigkeiten. „Seit einiger Zeit integrieren wir immer öfter Tiere in unsere Arbeit – das kommt bei den Kindern besonders gut an. Ich nehme beispielsweise meinen Hund, mit dem ich eine Ausbildung zum Therapiehund gemacht habe, mit in verhaltensauffällige Klassen, um für eine bessere Lernatmosphäre zu sorgen“, erzählt Bernd Siggelkow.

Rund neun Millionen Euro pro Jahr benötigt die Arche, um diese Form der Unterstützung zu ermöglichen. Deshalb nimmt der Verein bereits seit dem Start von AmazonSmile in Deutschland und Österreich an dem Programm teil, über das Amazon 0,5 Prozent des Einkaufspreises an eine vom Kunden gewählte teilnehmende Organisation weitergibt. „Mithilfe der finanziellen Unterstützung durch AmazonSmile möchten wir die laufenden Kosten decken und einen neuen Standort in Osnabrück eröffnen. Zwar ist es mein größter Wunsch, dass es keine Kinderarmut mehr in Deutschland gibt und ich die Arche schließen kann, aber das ist leider utopisch“, berichtet Bernd Siggelkow. „Deshalb freue ich mich, wenn wir weiterhin das tun können, was uns ausmacht: schnell und unkompliziert helfen.“

Sie möchten die Arche unterstützen? Informieren Sie sich auf der Website der Organisation oder unterstützen Sie mit Ihrem Einkauf bei AmazonSmile. Mit jedem qualifizierten Einkauf über smile.amazon.de gibt Amazon 0,5 Prozent des Einkaufspreises direkt an eine von rund 14.000 teilnehmenden Organisationen weiter. Dabei können AmazonSmile Kunden auf das volle Amazon Sortiment zugreifen und erhalten die gewohnten Preise und Liefermöglichkeiten. Erfahren Sie mehr über AmazonSmile.