Millionen Menschen auf der ganzen Welt wurden 2017 von Naturkatastrophen heimgesucht - von Hurrikanen (Harvey, Irma und Maria), über Überschwemmungen in Indien, bis hin zu Erdbeben in Mexiko. Um zu helfen, haben wir unser Know-how in der Logistik genutzt, um unsere Mitarbeiter und Kunden zu mobilisieren und über unsere Homepage in Ländern auf der ganzen Welt an das Rote Kreuz und an UNICEF zu spenden. Diese Initiativen wurden durch das Disaster Relief by Amazon (DRbA)-Team realisiert.

DRbA ist die Idee von Bettina Stix, einer Amazon Mitarbeiterin der ersten Stunde, die unter anderem die Amazon Gateway-Teams in Deutschland und Frankreich leitete, die Produktentwicklung für unsere internationalen Websites unterstützte, die weltweiten Kundendienstrichtlinien und das Wissensmanagement vorantrieb und das Produktmanagement für Prime von der Erweiterung des Lieferangebots bis hin zur Eingliederung neuer Länder und Technologien begleitete, um das Wachstum von Prime zu unterstützen.

Wir haben uns mit Bettina zusammengesetzt, um über DRbA zu sprechen und darüber, wie Amazon mithilft, die Welt besser auf die nächste Katastrophe vorzubereiten.

„Was wäre, wenn wir unsere Systeme und Fähigkeiten bei Amazon aus der Perspektive der Katastrophenhilfe betrachten könnten und das nutzen könnten, was wir bereits für unsere Kerngeschäfte im Bereich Katastrophenhilfe umgesetzt haben, und so eine ‚zweite Kapitalrendite‘ erzielen könnten?“
Bettina Stix

Wie bist du auf die Idee für DRbA gekommen?
„Ich habe mich gefragt, welche Rolle ich als nächstes nach Prime übernehmen soll. Ich hatte gerade eine persönliche Krise durchgemacht - meine Schwester war schwer krank. Außerdem ist meine Familiengeschichte stark durch die Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg beeinflusst. Ich habe schon immer eine große Achtung vor den Möglichkeiten der gemeinnützigen Hilfe gehabt. Mit meinen persönlichen Lebenserfahrungen, meinem Hintergrund und meiner Arbeitserfahrung bei Amazon wurde mir schlagartig klar: Was wäre, wenn wir unsere Systeme und Fähigkeiten bei Amazon aus der Perspektive der Katastrophenhilfe betrachten könnten und das nutzen könnten, was wir bereits für unsere Kerngeschäfte im Bereich Katastrophenhilfe umgesetzt haben, und so eine „zweite Kapitalrendite“ erzielen könnten?“

Unsere Kunden und Mitarbeiter haben wiederholt Interesse bekundet, von Katastrophen betroffene Menschen mit mehr als Geldspenden unterstützen zu wollen. Unsere Kunden haben Wunschlisten auf Amazon erstellt, um Sachspenden für humanitäre Zwecke zu sammeln. Amazon.de (Amazon Deutschland) hatte eine Kampagne mit dem Roten Kreuz organisiert, um syrischen Flüchtlingen zu helfen. In Indien hatten Kunden Wunschlisten erstellt, um Menschen zu helfen, die von den Überschwemmungen in Chennai betroffen sind.

Wie nutzt DRbA die Möglichkeiten und die Reichweite von Amazon?
Wir investieren bereits immense Ressourcen in Logistik, Zahlungsverkehr und digitale Technologien, die dazu genutzt werden können, noch viel effektiver zu reagieren als viele andere Unternehmen. Wir könnten noch viel wirksamer werden, indem wir uns auf ein Desaster wie bei einer Produkteinführung vorbereiten - rückwärts von den Opfern als „Kunden“ arbeiten, ein Partnernetzwerk identifizieren, das eine erfolgreiche Lieferung ermöglicht, programmatisch Aktionen vorbereiten und durchführen und vor allem das Ganze auf den Plattformmöglichkeiten aufbauen, die Amazon ohnehin schon bietet.

2017_AmazonDonates_PuertoRico1.jpg

Was bietet Amazon denn, was sonst niemand kann?
Unsere Kunden schätzen die große Auswahl und schnelle Lieferung bei Amazon. Im Falle von Katastrophenhilfe sind wir hervorragend positioniert, eine schnelle Ad-hoc-Lieferkette zur Unterstützung von Hilfsmaßnahmen aufzubauen. Zum Beispiel haben wir unsere Prime-Air-Flugzeuge mit einer vollen Ladung humanitärer Hilfsgüter nach Puerto Rico und auf die amerikanischen Jungferninseln geschickt. Als das Rote Kreuz nach den nordkalifornischen Waldbränden Siebe benötigte, um den Opfern zu helfen, ihre Wertgegenstände in der Asche ihrer Häuser wiederzufinden, konnten wir ihnen diesen relativ seltenen Gegenstand zur Verfügung stellen. Darüber hinaus können wir unseren Kunden die Möglichkeit geben, direkte Geldspenden über ihr Amazon-Konto zu tätigen oder Einkäufe von kuratierten Listen als Spenden weiterzugeben.

Was hast du aus dem Sturmsommer gelernt?
Es gab zwei große positive Überraschungen: Die Menge an Unterstützung für unser Team aus den Reihen von Mitarbeitern im Unternehmen, die sich freiwillig gemeldet haben; und die Großzügigkeit unserer Kunden, die über Amazon mehr als 5 Millionen US-Dollar an Sach- und Geldspenden an das Rote Kreuz und UNICEF gespendet haben. Zu wissen, dass wir anderen beim Helfen helfen können, hat mich am stolzesten gemacht.

Wir hätten die Bemühungen gerne noch in anderer Art unterstützt, aber wirksame Hilfe benötigt eine sorgfältige Vorbereitung und den Aufbau von Beziehungen mit den für die Hilfsmaßnahmen Verantwortlichen. Wir arbeiten weiterhin mit Behörden und Hilfsorganisationen zusammen, um herauszufinden, wie Amazon in Zukunft noch mehr leisten kann.

Was war die größte Herausforderung für DRbA?
Die größte Herausforderung war die Zahl und schnelle Abfolge der verschiedenen noch nie zuvor dagewesenen Katastrophen. Unser Team hat von dem Moment, als Harvey Ende August bis Anfang November als Hurrikan deklariert wurde, rund um die Uhr gearbeitet. Unsere Arbeit macht Planung und Prognose meist unvorhersehbar - genau wie für unsere Kollegen in den Hilfsorganisationen.

Ihr könnt nicht auf jede einzelne Krise reagieren. Wie entscheidet ihr, in welchen Fällen ihr aktiv werdet und wann nicht?
Wenn unsere Mitarbeiter betroffen sind, wenn unsere Kunden sich ernsthaft darum kümmern und wir tatsächlich einen effektiven Beitrag leisten können, werden wir immer reagieren.

Was kommt als nächstes für DRbA?
Genauso wie die anderen Teams bei Amazon sind auch wir interessiert, kontinuierlich neue Innovationen zu entwickeln. In unserem Fall untersuchen wir weiterhin, wie wir Amazons einzigartige Produkte und Dienstleistungen für unsere Zwecke nutzen können. Wir hatten das Privileg, mit Hilfsorganisationen aus nächster Nähe zusammenzuarbeiten und können nun dieses Wissen nutzen, um neue Wege zu entwickeln, den Opfern die Hilfsgüter zukommen zu lassen.