Statt in der Eisdiele Geld zu verdienen oder mit Praktika den Lebenslauf zu polieren, verteilt der Hamburger BWL-Student Marlon Jost Kondome. Angefangen hat alles mit einer roten Schleife, dem weltweiten Symbol für Solidarität mit HIV-Infizierten. Schüler aus Hamburg nahmen den Welt-Aids-Tag 2009 zum Anlass, in der Hansestadt rote Schleifen zu verteilen. Sie wollten ihre Mitschüler auf die Risiken von Aids hinweisen und Geld für die Michael Stich Stiftung sammeln. Michael Stich ermutigte die Schüler stattdessen, mit den gesammelten Spenden, eine eigene Initiative zu gründen. Heute arbeiten die Schüler im Verein Jugend gegen AIDS zusammen mit tausenden Jugendlichen weltweit an der Aufklärung von jungen Menschen. Unterstützung findet der Verein bei Partnern wie das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zur Reduzierung von HIV/Aids (UNAIDS) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Wir ermutigen Jugendliche, offen mit ihren Partnern zu sprechen und sich mit Kondomen zu schützen.
Marlon Jost, Vorstand Jugend gegen AIDS

Für eine Umfrage sprach Jugend gegen AIDS mit Unterstützung der WHO im Herbst 2017 europaweit mit 16.000 Jugendlichen über die Risiken von Geschlechtskrankheiten. Obwohl sich die Jugendlichen selbst größtenteils als aufgeklärt einschätzten, offenbarten die Ergebnisse deutliche Wissenslücken. „Viele junge Leute wissen nicht, warum sie ein Kondom nutzen sollten. Sie glauben, dass Krankheiten wie HIV nichts mit ihnen zu tun haben – in Deutschland gäbe es so etwas ja nicht. Tatsächlich sehen wir aber auch bei unbekannteren Infektionen wie Syphilis und Chlamydien einen rasanten Anstieg. Bei Syphillis hatten wir 2015 zum Beispiel 19 Prozent mehr gemeldete Infektionen im Vergleich zum Vorjahr. Darüber müssen wir sprechen“, erklärt Marlon Jost, heute Vorstand von Jugend gegen AIDS.

Marlon Jost, Vorstand von Jugend gegen Aids.
Marlon Jost, Vorstand von Jugend gegen Aids.

Kommunikation mit Kondom

„Jugendliche klären sich meist mithilfe des Internets oder auf dem Pausenhof auf – mit allen Fehlinformationen, die dort vorherrschen. Wir bilden sogenannte, Peer Educator‘ aus. Das sind Gleichaltrige, mit denen die Jugendlichen offen sprechen können – ohne Lehrer oder Eltern im Raum“, erzählt der 23-Jährige. Das Konzept „Peer to Peer“ zeichnet Jugend gegen AIDS in ihrer Aufklärungsarbeit aus.

„Am Anfang waren Eltern und Lehrer skeptisch, als wir erklärten, dass junge Menschen wie wir ihre Kinder und Schüler aufklären wollen. Sobald wir einmal da waren, fragen sie aber nur noch, wann wir wiederkommen“, erzählt Marlon Jost nicht ohne Stolz. Langfristig will Jugend gegen AIDS Hemmnisse abschaffen und Kondome raus aus der Schmuddelecke holen. „Wir ermutigen Jugendliche, offen mit ihren Partnern zu sprechen und sich mit Kondomen zu schützen. Von den Schülern hören wir dann oft das gleiche: Kondome sind zu teuer.“ Zusammen mit Sponsoren installierte die Initiative deshalb Kondomautomaten in Schulen. Die Kondome sollen so finanzierbarer und zugleich alltäglicher werden. „So manch ein Kondom wurde zwar direkt als Wasserbombe eingesetzt, aber auch dadurch werden erste Berührungsängste überwunden.“

Von Hamburg in die Welt: „Wir sehen keine Grenzen“

2009 fanden die ersten Aktionen von Jugend gegen AIDS rundum Hamburg statt. Weniger als zehn Jahre später plant der Verein Aktionen von Brasilien bis Südafrika. „Wir gehen jung und naiv an die Sache heran, deshalb sehen wir keine Grenzen. Einige haben gesagt, wir sind verrückt, Aktionen in Südafrika zu machen, aber wir versuchen es einfach – auch wenn nicht alles gleich perfekt funktioniert. Seit diesem Jahr bieten wir unsere ersten Artikel auch bei Amazon an. Die Erlöse fließen direkt in unsere Aufklärungsarbeit.“

Jugend gegen Aids in Südafrika.

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