Der experiMINT e.V. möchte Mädchen und Jungen in Bielefeld und dem Kreis Herford im Rahmen ihrer schulischen Laufbahn vertiefte Einblicke in die MINT Berufsfelder (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) ermöglichen. Mit der Gründerin und Geschäftsführerin Imke Rademacher, Dipl. Pädagogin, haben wir über den Verein und dessen Teilnahme am Charity Shopping Programm AmazonSmile gesprochen.

Wie kam es zur Gründung von experiMINT e.V.?

Imke Rademacher: Vor vielen Jahren stand die Maschinenbau Fakultät der Fachhochschule Bielefeld kurz vor der Schließung. Es hatten sich nicht genügend Studierende angemeldet, obwohl Ostwestfalen-Lippe als eine der stärksten Regionen des Maschinenbaus in Europa gilt. Da wurde mir klar, dass ich mich engagieren möchte, um die Begeisterung bei Kindern und Jugendlichen für die sogenannten MINT Fächer nachhaltig zu steigern – sie also für die Naturwissenschaft zu begeistern. Deshalb setzte ich mich dafür ein, dass zahlreiche lokale Unternehmen und Wissenschaftsinstitutionen aus dem Raum Bielefeld zusammenarbeiten: Es entstand der Verein experiMINT e.V. Seitdem ist experiMINT Träger der zdi-Netzwerke (Zukunft durch Innovation) Bielefeld und Kreis Herford. In diesem Rahmen wird der Verein durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit unterstützt.

Imke Rademacher präsentiert einen kleinen Roboter
Imke Rademacher, Geschäftsführerin von experiMINT e.V.

Warum sehen Sie auch heute noch die Notwendigkeit für zusätzliche wissenschaftliche Förderung?

In der Schule gibt es oft viel zu wenig praktischen technischen Unterricht. Wie sollen die Schüler wissen, ob ihnen technische Berufe Spaß machen, wenn sie sie nicht ausprobieren können? Heutzutage hat nicht mehr jeder Haushalt eine Werkstatt, in der auch die Kinder tüfteln können. Die Generation Z wächst mit der neuesten Technik auf und sieht sie als selbstverständlich an – ohne zu wissen, wie sie funktioniert. Genau das wollen wir mit experiMINT e.V. ändern. Wir ermutigen Kinder und Jugendliche, sich die Welt mit offenen Augen anzusehen. Entdecken, ergründen, experimentieren – darum geht es bei experiMINT e.V.

Sie leiten die Geschäftsführung des Vereins aus dem Ruhestand heraus – woher kommt Ihre Motivation?

Ich war viele Jahre lang bei OWL Maschinenbau e.V., dem Mutterverein von experiMINT e.V., tätig. Dass ich bei experiMINT auch nach meinem Ruhestand weitermache, war für mich selbstverständlich. Zu sehen, wie viel Spaß die Kinder und Jugendlichen am Experimentieren haben, ist großartig. Auch wenn sich die Generationen zunehmend verändern, bleibt die Neugier von jungen Leuten einzigartig. Wir bieten z.B. einen Kurs an, bei dem ein Wetterballon gestartet werden kann. Dieser wird mit Helium gefüllt und es wird genau berechnet, wann der Ballon platzt und wo die Sonde mit einem Fallschirm zum Boden zurückkehrt. Die Teilnehmer sind dabei so engagiert und professionell – das erstaunt mich immer wieder. Dass wir die Jugendlichen auf ihrem Weg ins Berufsleben unterstützen und ihnen somit auf ihrem persönlichen Lebensweg eine Hilfe sind, macht unser Team, den Vorstand und mich besonders stolz.

Wie hat sich der Verein in den letzten zehn Jahren entwickelt und welche Angebote gibt es heute?

Eines unserer ersten Angebote war BINGO, eine Berufsoffensive für Ingenieure in Ostwestfalen-Lippe – weiblich oder männlich: Interessierte Jugendliche können sich bei erlebnisorientierten Aktionen einen Eindruck von den vielfältigen Berufsmöglichkeiten im naturwissenschaftlichen Bereich machen. Das Programm ist bis heute sehr erfolgreich. Danach haben wir weitere Unternehmen zur aktiven Teilnahme gewonnen und zahlreiche weitere Angebote entwickelt.

Kinder ermutigen, sich die Welt mit offenen Augen anzusehen, durch Entdecken, Ergründen, Experimentieren – darum geht es dem Verein experiMINT e.V.
Imke Rademacher, Geschäftsführerin von experiMINT e.V.

Viele unserer Kooperationspartner unterstützen uns schon seit Beginn an, wie z.B. der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der FH Bielefeld, mit dem wir ein Labor für Schülerinnen und Schüler gestartet haben. Dieses dient als praktische Ergänzung zum Physik-, Chemie- oder Informatikunterricht. Der Schwerpunkt der Kurse liegt auf einem sehr hohen Praxisanteil, so dass Theorie im Unterricht und Praxis im Labor miteinander verbunden werden. Zum Beispiel beim Bau von Windkraftanlagen. Gleichzeitig dienen die Kurse der Berufsorientierung und über die Jahre sind immer neue Partner hinzugekommen, sodass wir unsere Angebote stetig erweitern konnten. Die Themen reichen heute von Biotechnologie über erneuerbare Energien bis hin zum Programmieren.

Warum hat sich der Verein bei AmazonSmile angemeldet?

Vor ein paar Jahren steckte der Verein in einer Krise, weil wir kaum Personal und finanzielle Ressourcen finden konnten. Kurz danach hat uns einer unserer Vorstände auf AmazonSmile aufmerksam gemacht – seitdem dient uns das Programm als finanzielle Stütze. Außerdem möchten wir uns in der Zukunft gerne dem „Haus der Wissenschaft“ in Bielefeld anschließen. Das Haus wird derzeit gebaut und soll Bürger für die Forschung begeistern. Dafür sind wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Mit einem Einkauf bei AmazonSmile können Amazon Kunden experiMINT e.V. unterstützen – denn Amazon gibt 0,5 Prozent des Einkaufspreises aus eigener Tasche an eine ausgewählte soziale Organisation weiter. Seit Kurzem ist AmazonSmile auch auf mobilen Endgeräten verfügbar. Android-Nutzer können AmazonSmile in ihrer Amazon Shopping-App aufrufen. Dadurch wird es für Kunden viel einfacher als bisher, ihre Lieblingsorganisation im Alltag zu unterstützen.