Das Bilderbuch Bin ich klein? Am I small? erschien zum Internationalen Kinderbuchtag am 2. April 2016 auch auf Burmesisch, Dzongkha, Khmer, Laotisch, Tadschikisch und Turkmenisch. Diese letzten sechs Sprachen fehlten noch zum Weltkinderbuch: „Ein Weltkinderbuch ist ein Kinderbuch, das für jedes Land der Erde in mindestens einer Landessprache verfügbar ist“, erklärt Philipp Winterberg, Autor und Selfpublishing-Pionier.

Mittlerweile ist das Buch in 120 Sprachen erhältlich: Von Afrikaans über Koreanisch und Urdu bis hin zu Grönländisch, Na'vi und Latein reicht das Spektrum.
Philipp Winterberg

Der Selfpublisher erkannte früh die Möglichkeiten, mit CreateSpace und Kindle Direct Publishing (KDP) schnell und einfach weltweit Bücher zu publizieren und nahm die Realisierung selbst in die Hand: „Als ich von CreateSpace erfuhr, fühlte ich mich, als hätte ich im Lotto gewonnen! Endlich war die Möglichkeit gegeben, ohne Millionenbudget ein globales Kinderbuchprojekt zu starten. Ein Experiment, das vorher so noch niemand gewagt hat.“

Vom Copyshop zum international erfolgreichen Autor

Experimente liegen dem Kinderbuchautor: Als Kind machte er Geschmacksexperimente mit Brotaufstrichkombinationen, baute ein Museum im Sandkasten und unternahm Exkursionen auf der Suche nach archäologischen Zeugnissen. Als Jugendlicher spielte Philipp Winterberg Fußball in einem US-High-School-Team, arbeitete für Zeitung und Radio und entwickelte Websites. „Mein erstes Buch veröffentlichte ich mit einem Freund – wir waren damals beide Schüler, hatten fast kein Budget und druckten ein paar hundert Exemplare im Copyshop, die wir dann auf dem Schulhof verkauften. Das war vor rund 20 Jahren. Schon damals gab es Firmen, die Selfpublishern die Veröffentlichung ermöglichten, allerdings war das damals für uns unbezahlbar.“

Seitdem hat sich viel getan: Winterberg studierte Kommunikationswissenschaft, Psychologie und Jura, gründete ein Softwareunternehmen, baute Salatschüsseln aus Waschmaschinentüren und pilgerte auf dem berühmten Jakobsweg mit nur 3 kg Gepäck. Er sprang Fallschirm in Namibia, meditierte in Thailand und schwamm mit Haien und Rochen in Fidschi und Polynesien. In seinen Büchern und Geschichten scheinen immer wieder die unbändige Entdeckerlust und die Liebe zum Experiment, zur positiven Veränderung, durch: „Ich liebe es, kreative Ideen schnell umzusetzen! Klassische Verlage brauchen Monate oder Jahre, CreateSpace und KDP ermöglichen es, Bücher innerhalb weniger Stunden zu veröffentlichen – und das kostenlos.“

Aber das internationale Projekt stellte Philipp Winterberg auch vor viele neue Herausforderungen. „Es kommen immer wieder Hürden, vor denen man sich sagt, ‚oh mein Gott, ich höre auf damit‘,“ so Winterberg. Sei es die langwierige Suche nach Übersetzern, fehlende Schriftzeichen exotischer Sprachen oder die Nationalbibilothek, die auf einmal von jeder Sprachfassung Belegexemplare anfordert. Doch rückblickend hat sich für Winterberg der manchmal sehr steinige Weg mehr als gelohnt. Am I small?ist inzwischen sogar in Nepal ein Renner.

Kulturelle Vielfalt feiern

„Meine Großmutter väterlicherseits ist gebürtige Venezianerin, meine kleine Nichte Tamia hat eine namibische Mutter und einer meiner Brüder ist seit Jahren mit einer Russin zusammen. Da lag es nahe, die kulturelle Vielfalt zu feiern und bilinguale Kinderbücher zu publizieren. In Bin ich klein? Am I small? spielt Tamia die Hauptrolle – das Buch war mein Geschenk an sie zu ihrem zweiten Geburtstag.“

Der Grundstein dafür wurde bereits vor vielen Jahren mit ersten kleineren Experimenten gelegt. Dabei entstanden die Kinderbücher Fünf Meter Zeit, Egbert wird rot und Da rein, da raus! Diese Bilderbücher wurden über eine halbe Million Mal in mehr als 30 Sprachen als kostenlose E-Books heruntergeladen. Ein globaler Markt war also vorhanden. Die Umsetzung im großen Rahmen konnte beginnen. Inzwischen sind über 100.000 Exemplare verkauft. Damit wurden schon jetzt alle Erwartungen übertroffen.

Gerade hat Philipp Winterberg eine Serie von Wimmelfotoheften begonnen. In diesen Heften werden spannende Fakten zu verschiedenen Ländern mit kurzen Texten, Fotografien und einem Suchspiel präsentiert. Den Start der Serie machten Namibia und Vietnam. Weitere Hefte sind geplant und für die Produktion reist Winterberg im Frühjahr um die Welt. Dann geht es nach Neuseeland, Australien und Ozeanien.

Hier finden Sie Am I Small? in verschiedenen Sprachen.