Sewa Poljazki steht in einer riesigen Logistikhalle in Graben und wirft einen letzten Blick auf rund ein Dutzend Packstationen. Dort reihen sich 2.550 Rucksäcke an Schulutensilien wie Stifteetuis, Füller, Blöcke, Geodreiecke oder Lunchboxen und Trinkflaschen. Es ist eine besondere Lieferung, die Sewa im Logistikzentrum vorbereitet hat. Sie soll benachteiligten Kindern den Schulstart erleichtern. Denn für viele Familien sind die Ausgaben für das neue Schuljahr finanziell nicht machbar: Zwischen 100,- und 550,- Euro fallen im Schnitt pro Kind an.

Doch zunächst müssen die Schulutensilien in die Rucksäcke gepackt werden. Sewas Kolleginnen und Kollegen aus dem Logistikzentren freuen sich darauf. Nicht nur, weil es um die gute Sache geht: Heute bekommen sie Unterstützung von außen: von Kollegen aus München und Vertretern der Münchner und Augsburger Tafel, darunter auch dem ehemaligen Fußballweltmeister Paul Breitner, der sich als prominenter Botschafter für die Münchner Tafel engagiert.

Es ist beispielhaft und nicht selbstverständlich, dass Unternehmen wie Amazon soziale Verantwortung auf diese Weise übernehmen – und das nicht nur heute, sondern an vielen Tagen und auf viele verschiedene Arten.
Manuel Pretzl, Zweiter Bürgermeister der Landeshauptstadt München

Die Packaktion hat mehr als symbolischen Charakter. Seit vielen Jahren arbeitet Amazon mit den Tafeln zusammen. Überbestände an einwandfreien Produkten wie Lebensmittel oder auch Hygieneprodukte und andere Artikel finden so eine sinnvolle Verwendung. Im Schnitt einmal pro Woche fährt der Lieferwagen der Augsburger Tafel nach Graben und wird dort von Amazon Mitarbeitern beladen. 16.000 Produkte und Großpackungen gingen so seit 2017 an bedürftige Menschen in Augsburg. In der Großstadt München wurden im gleichen Zeitraum sogar 900.000 Packungen über die Ausgabestellen der dortigen Tafel verteilt – ohne großes Aufsehen.

„Die unbekannte Seite von Amazon“ titelt später die Augsburger Allgemeine zur Spendenaktion: Nur wenige würden die andere Seite des Unternehmens kennen und wissen, dass Amazon eng mit den Tafeln zusammenarbeitet und so den sozial Schwachen hilft. Münchens Zweiter Bürgermeister Manuel Pretzl kennt sie: Seit Jahren arbeitet das Sozialreferat München mit Amazon zusammen. “Es ist beispielhaft und nicht selbstverständlich, dass Unternehmen wie Amazon soziale Verantwortung auf diese Weise übernehmen – und das nicht nur heute, sondern an vielen Tagen und auf viele verschiedene Arten“, attestiert er bei der späteren Spendenausgabe an bedürftige Familien bei der Münchner Tafel. Auch Münchens Stadtdirektor Sebastian Groth findet anerkennende Worte: „Die großzügige Spende der Schulrucksäcke von Amazon ermöglicht es uns und der Münchner Tafel, vielen Kindern den Start ins neue Schuljahr zu erleichtern.“

Die Schulruckspende findet bereits zum zweiten Mal statt. Die Idee dafür kam vom Sozialreferat der Stadt München. Neben München und Augsburg wurde in diesem Jahr auch im rheinland-pfälzischen Frankenthal für bedürftige Schüler gepackt – mit Unterstützung von Frankenthals Oberbürgermeister Martin Hebich: „Für sozial schwache Familien ist der Schulstart ein finanzieller Kraftakt, den viele nicht stemmen können. Es ist schön, dass Unternehmen wie Amazon lokal unterstützen und sich sozial engagieren.“

Sewa ist froh, dass auch die Packaktion bei Amazon in Graben gut verlaufen ist. „Es ist ein schönes Gefühl, Kindern zu helfen“, sagt er. An die Spende erinnert nun auch ein besonderes Trikot, ausgestellt in einer Vitrine im Foyer des Logistikzentrums. Sewa hat ein rotes FC-Bayern-Shirt besorgt und von seinem Fußball-Idol Paul Breitner signieren lassen.