Abenteuer, Helfen, Kameradschaft – diese drei Schlagwörter machen die Arbeit bei der Bergwacht Schwarzwald für den 36-jährigen Mirko Friedrich zu etwas ganz Besonderem: „Um ehrlich zu sein, ist ein Grund, warum ich Bergretter bin, dass es unglaublich spannend ist. Man erlebt viele Dinge, die nicht jeder machen kann. Wer kann zum Beispiel sonst in einem Hubschrauber mitfliegen – und gleichzeitig Menschen in Not helfen?“, erzählt der gebürtige Freiburger. „Zusätzlich schweißen die Ausbildung und die aufreibenden Einsätze die Gruppe ungeheuer zusammen – auf diese Kameradschaft würde ich nicht verzichten wollen.“

Die Bergwacht im Blut

Mirko Friedrich ist seit über zehn Jahren ehrenamtlicher Bergretter. Seit Anfang 2017 arbeitet er außerdem als festangestellter Referent in der Verwaltungszentrale der Bergwacht Schwarzwald in Kirchzarten. Wie Mirko Friedrich zur Bergwacht kam? „Das ist quasi genetisch bedingt“, erklärt der studierte Sportmanager. „Mein Vater und Onkel waren auch beide Bergretter. Dazu kommt, dass ich früher viele Skirennen gefahren bin, bei denen ich selbst auf die Betreuung durch die Bergwacht angewiesen war. Als meine Zeit als Skirennfahrer dann vorbei war, suchte ich nach einer anderen Beschäftigung – da lag es nahe, der Bergwacht beizutreten.“

Rettung in unwegsamem Gelände

Rund 1.400 ehrenamtliche Helfer wie Mirko Friedrich unterstützen die Bergwacht Schwarzwald, um den Besuchern, die es zum Wandern, Mountainbiken oder Skifahren in die beliebte Urlaubsregion zieht, im Notfall zur Seite zu stehen. „Wir übernehmen den Rettungsdienst abseits der Straßen und Siedlungen in den schwer zugänglichen Gebieten des Schwarzwaldes – dort, wo der normale Rettungsdienst nicht hinkommt“, so Mirko Friedrich, der auch selbst nach wie vor gern mit Skiern oder dem Mountainbike durch den Schwarzwald tourt. „Unsere Aufgabe ist die Erstversorgung der Menschen und der Transport zum nächsten Rettungsdienst – bei jedem Wetter und in jedem Gelände.“ 1.300 bis 1.400 solcher Einsätze übernehmen die engagierten Helfer jedes Jahr in der Gebirgsregion von Karlsruhe bis nach Lörrach.
[Quote: „Unsere Aufgabe ist die Erstversorgung der Menschen und der Transport zum nächsten Rettungsdienst – bei jedem Wetter und in jedem Gelände.“]
Darüber hinaus übt die Bergwacht Schwarzwald Spezialaufgaben wie die Evakuierung von Seilbahnen oder die Rettung von Gleitschirmfliegern aus und betreut Sportevents wie Mountainbike- oder Skirennen. Wichtig ist dem 1922 gegründeten Verein bei all seinen Aufgaben die Nachhaltigkeit – schließlich widmete sich die Bergwacht ursprünglich hauptsächlich dem Naturschutz. „Wir wollen, dass der Schwarzwald morgen noch genauso schön ist wie heute. Menschen sollen die Natur erleben können, aber auf nachhaltige Weise. Dafür setzen wir uns ein“, betont Mirko Friedrich.

Ein Einsatz, der sich lohnt

Eine Herausforderung ist dabei, dass die Tourismuszahlen steigen, während es immer schwieriger wird, Leute für das Ehrenamt zu gewinnen. Laut Mirko Friedrich liegt das unter anderem an den schwierigen Rahmenbedingungen: So steigt beispielsweise die Zahl der Einsätze unter der Woche, wodurch die Bergretter auf die Kulanz ihres Arbeitgebers angewiesen sind. Zusätzlich ist die Arbeit im Rettungsdienst sehr zeitintensiv: „Die Bergwacht-Anwärter müssen erst eine zwei- bis dreijährige Ausbildung mit mindestens 200 Ausbildungsstunden absolvieren, in denen sie zum Beispiel Grundlagen der Notfallmedizin, die Rettung aus absturzgefährlichem Gelände und Funktechnik lernen. Aber auch nach dieser Grundausbildung müssen alle Bergretter jedes Jahr mindestens 30 Fortbildungsstunden leisten“, erläutert Mirko Friedrich, der trotz des hohen Zeitaufwands mit Herz und Seele Bergretter ist: „Wenn ich einige Tage nach einem schweren Einsatz einen Anruf von den Geretteten erhalte und höre, dass es ihnen wieder gut geht, weiß ich, dass sich unsere Arbeit lohnt.“

Wie Drohnen Leben retten

Gemeinsam mit seinen Kameraden scheut er deshalb keine Mühe und überlegt immer wieder, mit welchen Neuerungen er die Arbeit der Bergwacht vereinfachen kann. Das aktuelle Projekt: der Einsatz von Suchdrohnen. „Wir haben bereits Drohnenpiloten geschult und etwas Erfahrung mit günstigeren Kamera-Drohnen gesammelt“, erzählt Mirko Friedrich. „Jetzt sammeln wir Geld für Drohnen mit Wärmebildkameras, die uns ermöglichen, schwer zugängliche Gebiete aus der Luft abzusuchen. So können wir Verletzte leichter und schneller finden und den Urlaubern im Schwarzwald noch mehr Sicherheit bieten.“

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