Es ist morgens halb neun in Nützen, einer kleinen Gemeinde im Norden Deutschlands. Alexander Blunck und Jannik Halfwassen steuern zwei Amazon E-Lieferfahrzeuge vom Verteilzentrum zur Tafel Kaltenkirchen. Dort erwartet sie heute eine besondere Route. Statt Kund:innen zu beliefern, sammelt Amazon die Ware ein: Obst, Gemüse, Wurst oder Backwaren aus örtlichen Supermärkten und Hofläden, die nicht verkauft werden können, aber noch einwandfrei in der Qualität sind.

„Unsere Mitarbeiter:innen holen einmal pro Woche mit jeweils zwei Elektrolieferfahrzeugen die Lebensmittel für die Tafel ab“, sagt Standortleiter Alexander Blunck. Die interne Resonanz auf das Projekt war riesig: „Alle fanden es super, dass wir die Tafel unterstützen und jeder wollte helfen.“ Das Pilotprojekt ist Teil eines kürzlich gestarteten deutschlandweiten Volunteering-Programms für Logistikmitarbeiter:innen, mit dem soziales Engagement durch bezahlte Arbeitszeit gefördert wird. Jenseits dieses logistischen Engagements spendet Amazon seit vielen Jahren auch selbst Artikel aus den Logistikzentren in ganz Deutschland. Allein 2020 gingen rund 1,5 Millionen Produkte und Großpackungen an lokale Tafeln.

Als das Angebot von Amazon kam, Fahrer:innen und Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen, waren wir begeistert. Das hilft uns sehr in der aktuellen Situation.
Peter Heyn, Tafel Kaltenkirchen

15 Amazon Helfer:innen aus dem Verteilzentrum in Nützen werden in den kommenden Wochen für die Tafel Kaltenkirchen unterwegs sein. Hilfe, die dort dringend benötigt wird. „Wir versorgen wöchentlich inzwischen rund 700 Tafel-Kund:innen“, sagt Peter Heyn von der Tafel Kaltenkirchen. Die Anzahl der Hilfebedürftigen habe während der Pandemie zugenommen. „Unser Engpass ist weniger bei den Lebensmittelspenden als beim Personal. Es fehlt uns deutlich an Ehrenamtlichen, die uns unterstützen, Ware abholen und bei den Ausgaben helfen. Als das Angebot von Amazon kam, Fahrer:innen und Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen, waren wir begeistert. Das hilft uns sehr in der aktuellen Situation.“

Natalie Wachtendorf startete den Anruf bei der Tafel mit dem Hilfsangebot. „Normalerweise kümmere ich mich als Outbound-Managerin um alles, was bei uns auf der Straße für die Auslieferungen notwendig ist. Nun ist es auch mein Job, das Tafel-Projekt zu koordinieren, die Details mit der Tafel zu klären, die Routenplanung zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass für unsere Einsätze Kolleg:innen und Fahrzeuge bereit sind. Ich finde es toll, dass wir bei Amazon die Möglichkeit haben, unsere Arbeitszeit für Soziales einzusetzen.“